Montagsfrage 25.09.2017

Habt ihr bestimmte Angewohnheiten beim Lesen?

Ich habe nicht wirklich viele Angewohnheiten was das Lesen betrifft. Ich lese wann immer ich kann, wo auch immer ich mich gerade befinde. Das ist der Grund, warum ich keine wirklichen Leserituale aufbauen kann. Ich kann schließlich nicht mal eben in der Bahn im Stehen den Teller Kuchen auspacken oder ähnliches. Auch wenn das sehr schön wäre!
Befinde ich mich jedoch daheim und lese dort, habe ich schon so eine gewisse Leseroutine und ein Ritual. Zuerst lege ich das Buch parat, welches ich lesen möchte. Oder auch mehrere, wenn ich parallel lese und nun auch eine längere Lesesession plane. Dann gehe ich in die Küche und mache mir ein Getränk. Je nach Laune kann das alles mögliche sein. Bevorzugt Kaffee oder Tee, aber auch gern Saft oder Eiskaffee. Es muss allerdings etwas „Besonderes“ sein, also kein Glas Wasser o.ä. Das Getränk soll schon ein „Genussgetränk“ (Kann man das so sagen?!) sein.
Dann mache ich mir eine Kerze an oder meine Ölduftlampe. Ist das getan, mache ich es mir bequem. Bin ich zuhause, dann gerade in der kalten Jahreszeit direkt vor dem Kamin oder der Heizung. Und dann geht’s los.

Ich habe dann auch noch eine etwas sonderbar anmutende Angewohnheit, die sicher die meisten abschrecken wird. Ich stoppe die Zeit, während ich lese. Ich bin ein totaler Listen- und Planer- und Abhak-Freak und habe dementsprechend auch ein Bullet Journal. In diesem befindet sich ein Habit Tracker. Und eine Angewohnheit, die ich wenn möglich täglich schaffen möchte, ist es, mindestens eine halbe Stunde zu lesen. Daher messe ich bis zu diesen 30 Minuten auch die Zeit. Das mag für die meisten nach Druck oder Zwang klingen, aber so empfinde ich es nicht. Vielmehr motiviert es mich, mehr zu lesen und so komme ich auch immer gut aus Leseflauten heraus.

Und zwei weitere „Macken“ fallen mir da auch noch ein. Zum einen lese ich oft den Schluss zuerst, denn ich bin die „Selbstspoilerqueen“ schlechthin. (Und nein, mir nimmt das nicht die Freude :D) Und zum anderen fotografiere ich Zitate, die mir besonders gut gefallen, wenn ich gerade nix zum Schreiben in der Nähe habe. Ist was zum Schreiben da, schreibe ich es normal heraus.

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Gemeinsam Lesen 19.09.2017

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Der letzte Wunsch“ von Andrzej Sapkowski. Ich bin bei 8%.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zum letzten Mal blickte Geralt durchs Fenster des Schlosses hinaus.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich bin noch nicht sonderlich weit und kann mir daher nur schlecht ein Urteil erlauben. Ich lese den ersten Teil der „Hexer“-Reihe, auch als „The Witcher“ bekannt. Ich stieß zuerst darauf, weil ich es als Videospiel kenne. Ein Kumpel spielte es. Mein Freund spielt es. Da wird man neugierig. Durch eine liebe Freundin bin ich nun auch auf die Reihe gestoßen. Auf ihr Anraten hin lese ich nun die Reihe und bin schon wirklich gespannt darauf. Bis jetzt wurde ich nicht enttäuscht.

4. Was ist dein Lieblingsgenre und warum magst du genau dieses Genre so gerne?

Ich weiß gar nicht, ob ich so recht ein Lieblingsgenre benennen kann. Ich lese immer mal was anderes gern. Ich habe Phasen, da verschlinge ich einen Thriller oder Krimi nach dem anderen. Dann wieder versinke ich vollkommen in Fantasie- und Urban-Fantasy-Welten. Und dann gibt es Phasen, da lese ich vor allem Romane, Gesellschafts-, Familien-, Geschichtsromane. Und ich könnte keines der Genre benennen, welches ich lieber mag. Aktuell bin ich in der „Fantasy-Phase“, aber das kann in einer Woche schon ganz anders aussehen. Und es fällt mir auch schwer zu benennen, was ich genau an den Genres mag. Beim Thriller und Krimi sicher das mit Mitfiebern, Knobeln, Rätseln, Lösen des Falles. Bei dem Rest – und auch beim Krimi – muss ich sehr schlicht und fast schon stupide sagen: Weil’s mir Spaß macht, diese Bücher zu lesen. Weil sie unterhalten oder weil sie Neugier befriedigen.

Leichter fällt es mir, Genres zu benennen, die ich nicht so wirklich mag. Ganz an erster Stelle stehen Romantik und Erotik. Ersteres ist mir zu kitschig, für Zweiteres bin ich zu zugeknöpft.  Ich habe nichts gegen etwas Erotik oder Romantik in einem Buch, aber ich brauche dann noch eine Rahmenhandlung. Ein Buch, welches rein nur von der romantischen Beziehung eines Paares handelt, würde ich ungern lesen. Dazu muss es schon sehr gut sein. Und auch ein Buch, welches rein von Erotik handelt und/oder diese sehr plump darstellt, sagt mir nicht zu. Eine gute Mischung ist das A und O bei diesen Themen, wie ich finde.

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Montagsfrage // 18. September 2018

Liest du nur Romane, oder auch Comics, Manga etc.? Wenn ja, was reizt dich an gezeichneten Geschichten?

Auf jeden Fall! Ich  lese und liebe Comics und noch viel lieber Manga. ABER – und das ärgert mich sehr – ich tue es viel zu selten 😀 Ich weiß nicht, wie lang mein letzter Manga her ist. Schande über mein Haupt! Das hat dann wahrscheinlich vor allem etwas mit meinem „Buchbeziehsystem“ zu tun. In der Bibliothek gibt es sicher Mangas, habe ich mich aber noch nicht kundig gemacht. Bücher geh ich ja seltenst kaufen, daher komme ich auch nicht in die Versuchung. Und online kaufe ich keine Bücher etc pp. Ich kaufe nur wenn zwingend nötig im Internet. Dadurch geraten Comics und Mangas auch einfach aus meinem Blickfeld. Aber jetzt, inspiriert durch diese Montagsfrage, sollte ich das dringend mal wieder in Angriff nehmen.

Nun zum zweiten Teil der Frage, was reizt mich daran? So genau kann ich das gar nicht sagen.  Ich bin, denke ich, ein recht visueller Typ. Bei Romanen und Büchern suche ich mir auch immer – wenn vorhanden – die Filme und schaue mir die Besetzung an oder, wie zum Beispiel bei Black Dagger, schaue ich im Internet, wie die Charaktere gezeichnet wurden, welche Promis andere Leser sich so denken, usw. Ich weiß, das können viele Leser nicht nachvollziehen. Aber ich mag das sehr gern, wenn ich ein genau vorgesetztes Bild bekommen. So habe ich zum Beispiel bei Wrath von Black Dagger immer Jason Momoa vor Augen, weil er in vielen Gifs zu Wrath auf Google zu finden ist. Das passt für mich wie die Faust aufs Auge. Und so ähnlich ist das dann sicher bei Mangas. Ich mag das Visuelle. Zumal ich auch die Zeichnungen stets bewundere, wenn sie gut sind. Ich mag den Manga Stil sehr gern und habe mich lange selbst daran versucht, leider mit mäßigem Erfolg 😀 Mangas verbinden da zwei Dinge, die ich mag: kurzweilige Geschichten und Kunst.

 

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Nele Hoffmann: Mit Papa war’s nur Blümchensex

Mit Papa war’s nur Blümchensex
Nele Hoffmann, Manuela Ausserhofer

U-Line
144 Seiten
Biografie, Missbrauch & Sexuelle Gewalt

 

Es gibt diese Bücher, die bestürzt machen. Die man gern aus der Hand legen würde, da man sie kaum oder nur schlecht erträgt. Ich bin eigentlich sehr hart im Nehmen, bei Nele Hoffmanns Biografie „Mit Papa war’s nur Blümchensex“ sträubte sich mein Kopf aber hin und wieder doch, weiter zu lesen. Wächst man in einer liebevollen Umgebung gut behütet auf, kann man sich nämlich nur schwer vorstellen, was Nele zustößt. In „Mit Papa war’s nur Blümchensex“ muss der Leser lernen, dass Sex mit einem Elternteil noch gar nicht zum Schlimmsten gehört, was einem jungen Mädchen zustoßen kann. Nele wächst so heran, dass der Sex mit Papa normal ist. Einvernehmlich und liebevoll. Bis sie erkennt, dass es falsch ist, vergehen viele Jahre. Genau genommen, bis Nele zu alt für ihren Vater wird. So unnormal und illegal diese Beziehung auch war, Nele kommt nun vom Regen in die Traufe. Mit ihrem späteren Freund muss Nele Demütigungen und Schmerzen ertragen, an die ich persönlich kaum denken möchte: Nadeln in den Brustwarzen, Fäkalien, Stromstöße, und vieles mehr.

Während ich dieses Buch las, stieß ich in einer Facebook Gruppe auf einen Post. Deren Erstellerin las ebenfalls „Mit Papa war’s nur Blümchensex“ und eine Kommentatorin fragte – meiner Meinung nach auch völlig zurecht: Warum liest man sowas? Tja. Amüsement und Gefallen daran können es nicht sein. Und in den seltensten Fällen (hoffe ich) Perversion. Bücher wie diese zeigen auf, was passiert. Was um uns herum passiert, meist ohne, dass wir es bemerken. Bücher wie diese sensibilisieren für Themen, die der Otto-Normal-Bürger wahrscheinlich verdrängt, nicht wahr haben will, nicht auf dem Schirm hat. Es zeigt ein bisschen, wie man eventuell mit jenen umgehen kann, die es erlebt haben. Und ein bisschen, hoffe ich, lehrt es auch, mit offeneren Augen durch die Welt zu gehen, eventuell Missstände erkennen zu können. Nein. Ein schönes Thema ist das nun wirklich nicht. Keines, woran man Gefallen finden kann. Aber es ist ein Buch, welches Augen öffnen kann und für wichtige Themen sensibilisiert. Nele Hoffmanns Biografie rüttelt wach und führt uns vor Augen, was hinter verschlossenen Türen direkt neben uns passieren könnte. In jeder noch so normal erscheinenden Familie. Allein deshalb ist dieses Buch sehr lesens- und empfehlenswert, um den eigenen Horizont zu erweitern.

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Gemeinsam Lesen 06.09.2017

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese Blinder König  von J.R.Ward und ich bin auf Seite 205.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Als die Nacht anbrach, zerstieß Ehlena die Tabletten für ihren Vater in seinem Becher zu einem feinen, gleichmäßigen Pulver, ging zum Kühlschrank, holte den CranRasperry-Saft heraus und goss ihn darüber.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

 Viel zu sagen habe ich in dieser Woche eigentlich nicht. Bei meinem Buch handelt es sich um einen weiteren Teil der Black Dagger Reihe. Natürlich sehr seichte Literatur, dafür für mich wie eine Droge: süchtigmachend. Ich liebe die Reihe und das Universum rund um die Bruderschaft.

4. Pausiert ihr schon mal euren Blog? Oder sollte ein Buchblogger gar mal ein bisschen Abstand zu seinem Hobby suchen? 

Ich pausiere definitiv nicht direkt. Und ich nehme mir auch nicht bewusst Abstand zum Hobby. Ich bin kein sehr professioneller Blogger, auch kein besonders guter. Ich habe den Blog einst als Lesetagebuch für mich selbst ins Leben gerufen und genau das ist es auch nach wie vor: Ich blogge frei Schnauze. Ich blogge ohne Zwang. Ich berichte einfach von allem, was mit meinem Hobby Lesen  zu tun hat. Aber wenn ich mal ein paar Tage oder Wochen nichts poste, ist das für mich auch nicht arg. Das nehme ich mir dann nicht übel und mache mir da auch keinen Druck. Ich weiß, dass ich so natürlich keine große Followerschaft erreiche. Aber brauche ich das überhaupt? Und so steht es auch ums Lesen. Wenn ich keine Lust habe, lese ich eben nicht. Solange es sich um keine Lektüre für die Uni handelt, mache ich mir da keinen Druck und lege auch schon mal ein paar lesefreie Tage und Wochen ein.

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Montagsfrage 04.03.2017

Heute gibt es eine freie Montagsfrage und da mir momentan zwei Themen besonders auf dem Herzen liegen, packe ich sie in zwei persönliche Montagsfragen. Lasst mir gern auch eure Meinung und Erinnerungen (Ihr werdet gleich sehen, warum.) dazu in den Kommentaren 🙂

Welche Kindheitserinnerung habt ihr an Bücher?

Für mich spielen Bücher schon seit eh und je eine sehr große Rolle. Auf diese Frage kam ich heute, da meine Oma Geburtstag gefeiert hätte. An diesem Tag wäre sie 69 Jahre alt geworden. Sie ist seit 10 Jahren schon tot, aber es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen. Bei ihr habe ich immer sehr viel gelesen. Allgemein habe ich viel gelesen, natürlich. Aber bei ihr war es immer etwas Besonderes, da ich in ihren alten Kinderbüchern kramte. Also Bücher, die in der frühen DDR geschrieben und gedruckt wurden. Sehr alte Exemplare. Geschichten, die so für mich als Wendekind kaum noch ganz zu verstehen waren. Ich habe oft im Garten gelesen. In der Sonne brutzelnd. Während meine Oma im Garten werkelte. Das sind wunderschöne Erinnerungen, die ich mit aller Kraft lebendig halten möchte. Habt ihr auch so schöne Erinnerungen an das Lesen als Kind?

Wieso liest man so etwas?

In den letzten Tagen (Rezension folgt.) habe ich ein Buch gelesen, welches ich oft in Buchgruppen gesehen habe. So auch gestern oder vorgestern: Mit Papa war’s nur Blümchensex. Es kam dann die Frage auf: Warum liest man so etwas überhaupt? Tja, warum eigentlich. Zum  einen lesen sicher einige solche Bücher aus einer kranken Faszination heraus, die ich nicht gut heißen kann. Sicher ein ähnlicher Grund, warum so viele bei Unfällen stehen und gaffen. Aber das sollte doch eher die Ausnahme sein – hoffe ich. Aber warum liest man es nun denn?

Ich bin ein sehr wissbegieriger und neugieriger Mensch. Ich möchte die Welt kennen lernen, in all ihren Facetten. Egal ob gut, böse oder neutral. Und dazu gehören eben auch die Schattenseiten. Für mich sind Bücher wie diese einfach „augenöffnend“ und sensibilisierend für ein Thema, was sonst eher nicht besprochen wird. Es zeigt Einblicke in die Gefühlswelt einer misshandelten Person. Evtl lernt man daraus, wie man selbst auf Menschen mit ähnlichem Hintergrund zugehen und mit ihnen umgehen kann, die ähnliches erlebt haben. Evtl – auch wenn ich das nicht hoffe – findet man selbst eine gewisse Stütze, weil man ähnliches erlebt hat. Zumindest aber wird man sensibilisiert und wird eventuell auch feinfühliger was Themen wie diese angeht. Hinterfragt Dinge, die man zuvor vielleicht nicht in Frage gestellt hätte. Und wenn Bücher dies leisten können, sind es gute Bücher.

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