Montagsfrage 04.03.2017

Heute gibt es eine freie Montagsfrage und da mir momentan zwei Themen besonders auf dem Herzen liegen, packe ich sie in zwei persönliche Montagsfragen. Lasst mir gern auch eure Meinung und Erinnerungen (Ihr werdet gleich sehen, warum.) dazu in den Kommentaren 🙂

Welche Kindheitserinnerung habt ihr an BĂĽcher?

Für mich spielen Bücher schon seit eh und je eine sehr große Rolle. Auf diese Frage kam ich heute, da meine Oma Geburtstag gefeiert hätte. An diesem Tag wäre sie 69 Jahre alt geworden. Sie ist seit 10 Jahren schon tot, aber es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen. Bei ihr habe ich immer sehr viel gelesen. Allgemein habe ich viel gelesen, natürlich. Aber bei ihr war es immer etwas Besonderes, da ich in ihren alten Kinderbüchern kramte. Also Bücher, die in der frühen DDR geschrieben und gedruckt wurden. Sehr alte Exemplare. Geschichten, die so für mich als Wendekind kaum noch ganz zu verstehen waren. Ich habe oft im Garten gelesen. In der Sonne brutzelnd. Während meine Oma im Garten werkelte. Das sind wunderschöne Erinnerungen, die ich mit aller Kraft lebendig halten möchte. Habt ihr auch so schöne Erinnerungen an das Lesen als Kind?

Wieso liest man so etwas?

In den letzten Tagen (Rezension folgt.) habe ich ein Buch gelesen, welches ich oft in Buchgruppen gesehen habe. So auch gestern oder vorgestern: Mit Papa war’s nur BlĂĽmchensex. Es kam dann die Frage auf: Warum liest man so etwas ĂĽberhaupt? Tja, warum eigentlich. Zum  einen lesen sicher einige solche BĂĽcher aus einer kranken Faszination heraus, die ich nicht gut heiĂźen kann. Sicher ein ähnlicher Grund, warum so viele bei Unfällen stehen und gaffen. Aber das sollte doch eher die Ausnahme sein – hoffe ich. Aber warum liest man es nun denn?

Ich bin ein sehr wissbegieriger und neugieriger Mensch. Ich möchte die Welt kennen lernen, in all ihren Facetten. Egal ob gut, böse oder neutral. Und dazu gehören eben auch die Schattenseiten. FĂĽr mich sind BĂĽcher wie diese einfach „augenöffnend“ und sensibilisierend fĂĽr ein Thema, was sonst eher nicht besprochen wird. Es zeigt Einblicke in die GefĂĽhlswelt einer misshandelten Person. Evtl lernt man daraus, wie man selbst auf Menschen mit ähnlichem Hintergrund zugehen und mit ihnen umgehen kann, die ähnliches erlebt haben. Evtl – auch wenn ich das nicht hoffe – findet man selbst eine gewisse StĂĽtze, weil man ähnliches erlebt hat. Zumindest aber wird man sensibilisiert und wird eventuell auch feinfĂĽhliger was Themen wie diese angeht. Hinterfragt Dinge, die man zuvor vielleicht nicht in Frage gestellt hätte. Und wenn BĂĽcher dies leisten können, sind es gute BĂĽcher.

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3 Kommentare auf "Montagsfrage 04.03.2017"

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Gabi
Gast
Wie schön, das Lesen in der Kindheit mit der Oma und ihrem sommerlichen Garten zu verbinden. Das sind wunderschöne Erinnerungen und ich wĂĽnsche Dir, dass sie noch lange lebendig bleiben! Ich erinnere mich höchstens an BĂĽcher, aber nicht an Orte oder Gelegenheiten, an denen ich gelesen habe. Der Titel von Deinem aktuellen Buch sagte mir nichts, aber ich habe ihn gegoogelt. Sicher gibt es einige wenige Leute, die BĂĽcher mit diesem oder ähnlichen Themen aus kranker Faszination heraus lesen. Aber ich finde es auch eine gute Methode, mit Tabus zu brechen und unangenehme Warheiten ans Tageslicht zu bringen. Vor allem,… Read more »
Wisperträume
Gast

Hallo Lisa,

wirklich schöne Erinnerungen hast du an das Lesen in deiner Kindheit. Ich fand es immer besonders schön, wenn meine Mutter mir vor dem Schlafengehen vorgelesen hat. Dabei handelte es sich um russische Geschichten, sodass wir das Vorlesen mit dem Lernen kyrillischer Schrift verbunden haben, sodass ich auch heute noch gerne zu einem russischen Buch greife, um die Zweitsprache nicht zu verlernen.

Liebe GrĂĽĂźe
Violetta

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