Kass Morgan: Die 100

Die 100
von Kass Morgan

Heyne Verlag
27. Juli 2015
320 Seiten
Roman; Jugendroman
12,99 €

Inhalt

Ein verheerender Atomkrieg hat die Welt zerstört und das Leben auf der Erde nahezu unmöglich werden lassen. Nur wenige Menschen können sich auf Raumschiffe flüchten und so das Überleben der Menschheit sichern. Dreihundert Jahre leben sie im All, doch die Wiederbesiedlung der Erde gilt als höchstes Ziel. Aus diesem Grund werden 100 verurteilte Jugendliche auf die Erde geschickt – als Versuchskaninchen, um herauszufinden, ob die Erde wieder bewohnbar ist. Die Jugendlichen erwartet eine faszinierende Welt; eine sich nicht unterkriegen lassende Natur. Doch auch viele Gefahren  – das tödliche Abenteuer beginnt.

Meinung

Mich verschlug es sehr zufällig zu „Die 100“ von Kass Morgan. Ich lese derzeit „Unterleuten“ von Juli Zeh und mit seinem Hardcover und den vielen Hundert Seiten ist das ein bisschen viel, um es immer mit mir herum zu schleppen. Aber ohne Buch aus dem Haus? Für mich ein absolutes NoGo. Da würde ich verrückt. Deswegen stöberte ich kurzentschlossen durch die Onleihe, obwohl mir eBooks nach wie vor eher unangenehm sind. Aber für diesen Zweck sind sie nun einmal ideal. Beim Stöbern traf ich dann auf „Die 100“ und erinnerte mich auch dunkel daran, von der Serie gehört zu haben. Auf „Leihen“ geklickt, schon ging es los.
Ich fand sofort gut in das Buch ein. Die Kapitel sind aus der Perspektive der verschiedenen Hauptpersonen des Buches geschrieben: Glass, Wells, Bellamy, Luke und Clarke. Jeder von ihnen hat sein eigenes Päckchen zu tragen und beschreibt das eigene nicht wirklich rosige Schicksal unter Zuhilfenahme von Rückblenden, die die Geschichte unterfüttern.
Es wird schnell klar, dass jede der Personen Ecken und Kanten hat, keine 0-8-15-Helden also. Das macht die Charaktere auch rasch sympathisch. Kass Morgan gelingt es, ihre Protagonisten (und auch andere Charaktere) sehr plastisch darzustellen, so werden sie für den Rezipienten gut greifbar.
Die Handlung verfolgt einen klaren roten Faden, trotz der Perspektivsprünge und Rückblenden. Die Kapitel sind mit der jeweiligen Person, aus dessen Blickwinkel wir die Handlung betrachten, überschrieben. Glass und Luke befinden sich nach wie vor im All, die anderen auf der Erde. Durch die Schriftart gut abgesetzt erkennt man die Rückblenden eindeutig und wird so nicht unvermittelt im Geschehen herum geschleudert. Durch diese Perspektiv- und Zeitstrangwechsel entsteht ein detalliertes, dichtes Erzählgefüge und dem Leser erschließt sich ein guter Überblick über dieses dystopische Szenario.
Der Erzählstil Kass Morgans ist sehr angenehm und lässt sich weder zähl, noch langatmig lesen. Ich, der Langsamleser, hatte das Buch innerhalb weniger Tage durch. Vielleicht zwei, oder drei. Der dynamische Erzählmodus und die spannende Geschichte ziehen den Leser schnell in ihren Sog.

Insgesamt ein absolut empfehlenswertes Buch und ein grandioser Auftakt. Ich habe bereits Buch II auf dem Reader liegen und werde es auch unvermittelt nach der Rezension beginnen. Dieser Teil erhält auf jeden Fall 5 Sterne von mir.

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