Nalini Singh: Leopardenblut

Leopardenblut (Psy Changeling, Band 1)
von Nalini Singh
400 Seiten
LYX
Science Fiction, Fantasy, Romantasy 

In einer Welt, in der Gefühle verboten sind und die telepathisch begabten Psy jede Form von Leidenschaft unterdrücken, führt die junge Sascha Duncan ein Doppelleben. Als sie dem gutaussehenden Gestaltwandler Lucas Hunter begegnet, fällt es Sascha immer schwerer, die Maske der Gleichgültigkeit aufrechtzuerhalten. Hunter kommt indessen einem fürchterlichen Geheimnis auf die Spur …Erotik-Thriller in einer fantastischen Alternativwelt: Die Zukunft der Fantasy Romance! Shooting Star Nalini Singh lässt die Gefühle explodieren!

Klappentext

Nalini Singh gehört eindeutig zu meinen liebsten Autoren. Sowohl die Guild Hunter, als auch die Psy Changeling Serie haben es mir unwahrscheinlich angetan. Bei Leopardenblut handelt es sich meinerseits um einen Reread. Das letzte Mal, das ich es gelesen habe, ist schon ein ganzes Stück her. An viele Dinge konnte ich mich jedoch gar nicht mehr so recht erinnern, weswegen der Reread echt Not tat, um in die Serie wieder rein zu kommen. 

Sascha ist eine Mediale. Diese zeichnen sich durch unglaubliche geistige Fähigkeiten aus. Da das jedoch auch zur Last werden kann, wurde schon vor vielen Jahren das Silentium-Programm eingeführt: Mediale wurden darauf konditioniert, keine Wut und keinen Hass zu fühlen. Doch damit starben auch alle anderen Gefühle einfach ab und die Medialen wurden zu einer „herzlosen“ Rasse, nur durch den Verstand geleitet. 

Lucas hingegen, als Gestaltwandler, wird von seinen Instinkten, seiner Leidenschaft und seinen Emotionen getrieben. Die kühle Art der Medialen stößt die Gestaltwandler regelrecht ab. Nun jedoch müssen Sascha und Lucas miteinander arbeiten, denn es sollen Quartiere in Kooperation entstehen. Doch die Zusammenarbeit dient Lucas vor allem als Vorwand, sich in die Medialenwelt einzuschleichen, denn ein Serienkiller richtet nach und nach Gestaltwandlerfrauen der verschiedensten Familien auf grausame Weise hin. Kann Sascha, die irgendwie anders zu sein scheint, ihm die notwendigen Informationen beschaffen? 

Nalini Singh ist meiner Meinung nach DIE Autorin für romantische Urban Fantasy/Sci Fi Romanserien. Ich liebe ihre Art zu schreiben, ihre Geschichten, ihre Protagonisten, ihre Welten. Daher bin ich vermutlich etwas befangen, nun ein klares Urteil zu fällen. Deswegen werde ich genau das auch nicht tun. Ich kann bloß eine Empfehlung aussprechen: Freunde der romantischen Urban Fantasy sollten sie auf jeden Fall gelesen haben – es lohnt sich so sehr. 

Susanne Preusker: Sieben Stunden im April

Sieben Stunden im April  – Meine Geschichten vom Überleben 
von Susanne Preusker

192 Seiten
Goldmann Verlag
2013
Biografie & Erinnerungen

Ihre Geschichte eroberte die Medien im Handumdrehen: Gefängnispsychologin an ihrem Arbeitsplatz, dem Hochsicherheitsgefängnis Straubing, von Hälftling gefangen genommen und über Stunden mehrfach vergewaltigt.  
In diesem Buch schildert Preusker neben einigen wenigen Rückblenden (die wirklich schwer zu ertragen sind), wie sie in ihr zweites, in ihr neues Leben finden konnte und wie sie es schaffte, diese Tat zu überleben. In jedem Kapitel nennt sie eine Person, ein Ritual, ein Objekt – all die scheinbar kleinen Dinge, die jedoch ihren Teil dazu beitrugen, dass sie überlebte. 

So ergibt sich nach und nach ein Bild davon, wie soziale Kontakte und Kleinigkeiten als Auffangnetz dienen können, einer Frau aus einem Tief heraus zu helfen, das kaum zu überwinden scheint. Eindrucksvoll zeigt Preusker auf, wie nur wenige Stunden das ganze Leben eines Menschen so maßgeblich auf den Kopf stellen können, dass das „alte“ Leben einfach so beendet wird.

Ich hätte die Zusammenfassung des Buches sehr gerne mit den Worten geschlossen, dass dies ein Buch über das Überleben ist und dass man es schaffen kann. Doch leider hat Frau Preusker neun Jahre nach der schweren Tat Selbstmord begangen, letztendlich also hat der Horror gesiegt. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen zeigt das Buch auf, wie wichtig die Betreuung von Opfern ist und wieviel schon Kleinigkeiten helfen können. 

Gemeinsam Lesen: 07.08.2018

Die letzten Wochen waren turbulent: Die Masterarbeit wurde abgegeben, ich habe viele Aufträge angenommen, ich hatte Geburtstag und war auf anderen tollen Geburtstagen eingeladen. Nun aber nehme ich endlich wieder beim gemeinsamen Lesen teil; diesmal mit einem ReRead. 🙂 

Bildergebnis für Leopardenblut

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Leopardenblut“ von Nalini Singh und bin auf Seite 114.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Carlo und Shayla hatten gekämpft und waren ebenso mutig gestorben, wie sie gelebt hatten.

Nalini Singh: Leopardenblut (S. 114)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bei dem Buch handelt es sich, wie gesagt, um einen ReRead.  Ich habe von meinen Eltern vor einiger Zeit die englische Kurzgeschichtensammlung zur Romanreihe bekommen und habe angefangen diese zu lesen. Im Zuge dessen lese ich jedoch nun auch die normale Reihe noch einmal und setze sie nun auch endlich fort. (Ich bin nicht up to date :D) Ich liebe die Reihen von Nalini Singh und kann sie jedem nur empfehlen. Für mich zählt sie mit Abstand zu den besten Autorinnen des Genres. 


4.Buch oder Pool? Was sind eure Tipps an heißen Sommertagen und wie verbringt ihr sie am Liebsten? 

Hätte ich einen Pool, dann beides in Kombi 😀 (Ja, ich gehöre zu den bösen Menschen, die in der Badewanne oder eben im Pool lesen.) Wirkliche Tipps habe ich nicht. Ich persönlich hasse den Sommer. Ich mag jede Jahreszeit außer dieser. Ich verkrümel mich momentan einfach zuhause. Bei meinem Freund in der Wohnung ist es brühend warm. Aber zuhause ist es dank der dicken Bauernhausmauern immer so kühl, dass man leicht friert – auch bei 35 Grad Außentemperatur. Wird es mir bei meinem Freund zu warm, packe ich einfach Buch und Hund ein und fahre nach Hause 😀 Da ist es mir dann absolut angenehm.

Ansonsten empfehle ich Kühlakkus als „Kuscheleinheit“, eiskalten Eiskaffee und die Sprühflasche mit kaltem Wasser, um sich regelmäßig „nass“ zu machen; besonders effektiv im Luftstrom  einer Kühlanlage.

Ella Dohl: Nur Du

Nur Du
von Ella Dohl

210 Seiten
Selfpublisher
Juli 2018
Liebesroman
Taschenbuch (10,65€)
eBook (2,99 €)

 

Klappentext

Patrizia ist normalerweise ängstlich und zurückhaltend. Dafür gibt es Gründe! Doch an einem wunderschönen Sommertag ist sie es nicht und genau da trifft sie auf Pascal. Er versteht, dass er es mit ihr langsam angehen muss. Doch wie soll das funktionieren? Wenn sie den Raum betritt, bleibt die Zeit stehen. Patrizias „Job“ ist Taschendiebstahl und eine Schule hat sie nur bis zur fünften Klasse besucht. Offiziell gibt es sie gar nicht! Genau das findet Pascal, der Junge aus gutem Elternhaus interessant an ihr. Er gerät durch sie immer tiefer und tiefer in ein dunkles Milieu. Wird er bis zum Schluss durchhalten und um sie kämpfen? Oder wird sich Patrizia womöglich am Ende doch für Monica oder sogar Nona entscheiden? Patrizia hat die Hoffnung auf ein besseres Leben verloren. Bis sie Pascal und Monica kennenlernt. Wird es ihr gelingen ihre inneren Fesseln zu lösen und sich von den Menschen zu trennen die ihr Schaden?

Inhalt

Patrizia hatte es nicht leicht in ihrem Leben: sie lebte auf der Straße und landete letztendlich bei Nona, für die sie klauen muss. Doch wenigstens hat sie ein Zuhause. Tief in sich gekehrt, lässt Patrizia keine Nähe zu. Sie fürchtet sich vor den Konsequenzen. Doch dann treten Monica und Pascal in ihr Leben und plötzlich verändert sich einfach alles. Doch schafft es Patrizia, sich von Nona zu befreien? Und welche Opfer wird dieser Schritt fordern?

Meinung

„Nur Du“ gehört vermutlich nicht zu meiner typischen Beute. Dennoch bin ich schlicht und ergreifend froh, darüber „gestolpert“ zu sein. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Buchprojekt um ein von mir als Lektorin betreutes und zählt so definitiv zu jenen Projekten, die mir zeigen, warum ich meinen Job liebe.

In „Nur Du“ vermischt Ella Dohl so viele Facetten, dass der Roman den Leser auf voller Breite mit Action, Romantik, Thrill und Nachdenklichem bedient. Patrizia ist nicht die typische Heldin. Sie nimmt Drogen, um auf Diebestour zu gehen. Sie ist innerlich so zerbrochen, dass sie immer wieder zu ihren Peinigern zurück kehrt und es einfach nicht schafft, sich zu emanzipieren. Und genau da zeigt Ella Dohl auch auf, was Liebe und Freundschaft bewirken können. Erst als Monica und Pascal in ihr Leben treten, beginnt Patrizia sich zu entfalten.

Erzählerisch ist „Nur Du“ auch ganz großes Kino. Die so unterschiedlichen Protagonisten werden plastisch beschrieben. Es ist mir, als würde ich Pascal und Patrizia kennen. Der Autorin ist es dabei gelungen, Helden mit Ecken und Kanten zu schaffen. Keine glorifizierten Jugendlichen.
Die Geschichte baut enorme Spannung auf, die auf keiner Seite verloren geht und sich letztendlich in einem fulminanten Paukenschlag entlädt. (So viel: Das Ende hat es wirklich in sich und war für mich nicht einmal im Ansatz vorhersehbar. Packt die Taschentücher aus!)

Insgesamt hat mich Ella Dohl gänzlich mit ihrem Roman überzeugt. Ihr weiterer Roman „ForEverYou“ steht zumindest schon auf meiner Leseliste.

Autor werden: Vom Leser zum Autor?

Vom Leser zum Autor?

Ich bin nun 26 Jahre. Und das auch nur noch für einige wenige Tage. Mein größter Wunsch war es bereits ein Kind, eine Geschichte zu schreiben und sie, im besten Fall, zu veröffentlichen – Autor zu werden. Ich erinnere mich, wie ich als Zehnjährige an der Schreibmaschine saß und eifrig tippte, wie ich mehrere DinA4-Hefte mit Ideen vollschrieb – und doch keine beendete.

Es sind fast 17 Jahre vergangen. Wieso also sitze ich noch immer hier, mit dem unerfüllten Wunsch? Weil ich ein Mensch bin, der nur allzugerne Dinge beginnt und nicht beendet. Weil ich kritisch werde. Weil ich meine Geschichten in Frage stelle, sie für nicht gut genug befinde und dann klein beigebe: Lass das Schreiben doch den anderen.

Wie viele Geschichten wohl so begonnen und dann in der Schublade vergraben wurden? Ich habe sie nicht gezählt. Jedoch möchte ich endlich meinem Wunsch nachgehen und schreiben. Ideen habe ich.  Und auch das positive Feedback, dass ich es schaffen könnte. Nur das Durchhaltevermögen kam mir abhanden. Darum möchte ich mein Schreibprojekt von nun an auch auf dem Blog vorstellen, Updates einpflegen und nun also den Schritt vom Leser hin zum Autor gehen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf diesem Weg begleitet 🙂 Vielleicht, um euch ein bisschen neugierig zu machen, noch einige Details zu meinen Ideen. Geplant habe ich, in meinem Lieblingsgenre zu schreiben: kriminalistisch angehauchte Urban Fantasy. Gestaltwandler und alte Mythen spielen ebenso eine Rolle, wie Familie und Tragödien. Wohin die Reise führt, das weiß ich hingegen noch nicht.

 

Tanja Kinkel: Grimms Morde

Grimms Morde
von Tanja Kinkel
480 Seiten
Droemer
Oktober 2017
Historischer Roman

 

Verzweifelt stehe ich vor einem Stapel Bücher – meinem SUB. Ich fahre mit den Fingern die Buchrücken entlang: Nein. Darauf auch keine Lust. Nö. Die Zeit hängt mir schon im Nacken, aber ohne Buch verlasse ich das Haus definitiv nicht. Was während der Zugfahrt tun? Was in den Pausen? Superheldin Mama kam dann zur Rettung und drückte mir ein Buch in die Hand, dessen Titel mich bereits enorm neugierig machte: Grimms Morde. 

Worum geht es?

Ein schrecklicher Mord geschieht mitten im Kasseler Adel. Die ehemalige Mätresse des alten Kurfürsten wurde auf grausame, aus einem Märchen stammende Art ermordet. Bei ihr ein Zitat, das direkt auf den Hofbibliothekar Jacob Grimm und dessen Bruder verweist, haben sie doch das zitierte Märchen herausgegeben. Ursprünglich jedoch haben sie es von den Schwester Droste zu Hülshoff, die sich in der Schuld stehend sehen und sofort aufbrechen, um den Brüdern zu Hilfe zu eilen. Gemeinsam ermitteln die Droste-Schwestern und die Gebrüder Grimm, wer auf solch bestialische Weise mordet – doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord.

Meinung

„Grimms Morde“ muss man zerpflücken, um ihn in seiner Exzellenz dar zu stellen. Zum einen trifft der Leser auf eine enorm spannende Kriminalgeschichte, die weit in die Tiefen des Adels, in die Politik und die französisch geprägte Geschichte hinein ragt. Dabei setzt Kinkel nicht auf effekthaschende Elemente, sondern bietet dem Leser eine ausgeklügelte, sich immer wieder windende Geschichte, die zum Mitdenken und Miträtseln animiert.

Eine weitere sehr wichtige Ebene stellt jene dar, auf der die Geschwister genauer betrachtet werden. Sowohl das Verhältnis zwischen Jenny und Annette von Droste zu Hülshoff, als auch das zwischen Jacob und Wilhelm Grimm dürfte als einzigartig gelten. Mit Annette und Jacob sehen sich je Geschwisterkinder konfrontiert, die dem Exzentrischeren behütend und schlichtend zur Seite stehen. Vielleicht war es das, was Jenny und Wilhelm verband, die (auch im realen Leben) eine lebenslange Brieffreundschaft verband.
Während Annette als zu unweiblich und aufrührend wahrgenommen wird und so auf die Ablehnung ihrer Verwandten trifft, vertieft sich Jacob nahezu fanatisch in seine Wissenschaften und wirkt so der Welt oftmals entrückt, vor allem aber jenen Menschen, die darin leben. Interessant wird es daher vor allem, wenn die beiden so starken Persönlichkeiten aufeinander treffen.

Die Personen wurden von Kinkel hervorragend recherchiert und (wieder) zum Leben erweckt. Ich gebe zu, (nicht nur) als Germanistin bin ich ein riesengroßes Fangirl der Brüder Grimm. Jacob gilt nicht zuletzt als Begründer meiner Wissenschaft. Ihn nun auf so hervorragende Weise als literarische Figur umgesetzt zu sehen, hat mir zutiefst gefallen. Auch Annette, Jenny und Wilhelm wurden von Kinkel ebenso gut getroffen, wie all jene erfundenen und nicht erfundenen Nebenfiguren.

Damit wären wir dann auch schon beim nächsten Punkt: Das Spiel mit der Realität und der Fiktion. Tatsächlich beruhen sehr viele Aspekte des Romans auf (gut recherchierten) wahren Begebenheiten. Der immer wieder thematisierte Bökendorf-Vorfall fand ebenso statt, wie die Brieffreundschaft zwischen Wilhelm und Jenny. Aus Neugier habe ich immer einmal wieder recherchiert und bin z.B. auf Briefe der Annette zu Droste gestoßen, in denen sie den Vorfall beschreibt. In diesem Moment war es schwer, Realität und Fiktion auseinander zu halten, so gut hat Kinkel die realen Personen getroffen und nachempfunden.

Insgesamt ein wirklich wundervoller, gut recherchierter, amüsant und spannend geschriebener historischer Roman, den es zu lesen lohnt.

Masterarbeit abgegeben; oder: so geht es weiter

Es machte flupp und dann war das Ding im Briefkasten versenkt, unwiderruflich. Da hätte sich eigentlich ein Gefühl von Freude oder Erleichterung einstellen sollen, doch so ging es mir nicht. Eher ein Gefühl der Schwermut. Kennt ihr das, wenn ihr etwas so gerne tut und dann damit aufhören müsst? Genau so fühlte sich das Abgeben meiner Masterarbeit an.

Das ist nun schon wieder fünf Tage her. Und bis auf die Erleichterung, nicht mehr rund um die Minute das Gefühl zu haben, etwas erledigen zu müssen, hat sich kein positives Gefühl eingestellt. Dennoch schaue ich nach vorne, denn da erwarten mich nun bald spannende, neue Dinge:

Wie vielleicht der ein oder andere schon weiß, werde ich mich nun endgültig als Lektorin/Korrektorin/Wortjongleurin selbstständig machen. Lange habe ich überlegt, welchen Weg ich nun gehen soll und ich sehe mich einfach in keinem 9to5-Job mit einem Vorgesetzten vor der Nase. Zudem bietet mir die Selbstständigkeit jene freie Zeiteinteilung inklusive finanzieller Sicherheit, die ich für das große Kommende brauche: ein Zweitstudium. 

Wo viele sich denken: Gott sei Dank, endlich ins Berufsleben, raus aus der Uni – da dachte ich mir: och nö, bitte nicht. Und deswegen werde ich auch genau diesen Weg nicht gehen. Ab Oktober werde ich mit einem weiteren Bachelor beginnen. Und auch die Fächerkombination steht schon fest: Anglistik/Amerikanistik und Slawistik (Russistik).

So traurig ich über mein Ausscheiden an der Universität Leipzig bin und meiner Germanistik nachtrauere, freue ich mich schon darauf, nun in weitere Sprachen einzutauchen, neue Literaturen zu studieren, neue Grammatiken zu zerpflücken! Und ich erfülle mir zudem damit einen Herzenswunsch.

Viele Jahre war es mein sehnlichster Traum Russisch zu  lernen. Der Plan war, irgendwann einen Kurs zu machen. Bei der Suche nach einem Zweitfach stolperte ich dann über folgenden Satz: „Russistik ohne Vorkenntnisse“. Oha? Keine Vorkenntnisse benötigt? Nach weiteren Recherchen fand ich heraus, dass das Studium der Russistik tatsächlich möglich ist für jemanden wie mich, der lediglich einige Worte und das Alphabet entziffern kann. Voraussetzung sind studienbegleitende Intensivkurse, kein Problem.

Und so beginnt dann im September mein Propädeutikum, eine Art Intensivkurs, in Russisch. Im Oktober beginnt das Studium.

Natürlich habe ich mir sehr viel vorgenommen. Das Ziel am Horizon ist immer noch klar und deutlich: der Doktortitel. Doch auch der Blog soll nun endlich wieder aufleben. Ich liebe ihn viel zu sehr, als dass ich mich nicht mehr engagieren möchte und sollte. Also auch was das angebelangt werdet ihr hier bald neuen Content finden. Zudem werde icha uch ab und an aus dem Alltag als „Bucharbeiter“ bloggen; also alles rund um Lektorat, Korrektorat, usw.

Stay tuned 🙂

Susanne Preusker: Wenn das Glück mit dem Schwanz wedelt

Wenn das Glück mit dem Schwanz wedelt
von Susanne Preusker
Patmos Verlag
2012
174 Seiten
Erinnerungen, Tiere

 

Meinung

Susanne Preusker, mittlerweile leider verstorben, war Psychologin und arbeitete als solche im Gefängnis – bis zu jenem verhängnisvolle Tag, an dem sie von einem Häftling als Geisel gefangen und vergewaltigt wurde. In ihren Weg ins Leben kämpft sie sich eisern frei. Auf ihrem Weg begleiten sie ihr Mann, ihr Sohn und ab einem gewissen Punkt auch Kampfhündin Emmi. Aber wie geht man eigentlich damit um, wenn man im Tierheim von einem Kampfhundmädchen erwählt und sich als Laie den Herausforderungen des Hundealltag stellen muss?

Aus absolut urkomische Art erzählt Preusker aus ihrem Alltag mit Emmi und den Hürden, die die beiden oder besser gesagtt die gesamte Familie nehmen musste. Auf unterhaltender Ebene ein urkomisches Buch für Hundefreunde, auf fachlicher Ebene aber ebenfalls absolut ratsam. Und als Mensch, der aktuell ebenfalls einen Welpen – wenn auch nur Kampfmops – großzuziehen hat, eine wertvolle Quelle der Inspiration und ein Grund, nicht zu verzweifeln. Denn bei Emmi hat auch nicht alles auf Anhieb geklappt, aber trotzdem ist aus dem Hund mit dem halbbraunen Kopf so einiges, natürlich Gutes geworden.

 

Anika Lorenz: Im Herzen ein Schneeleopard

Bildergebnis für Im herz ein Schneeleopard

Im Herzen ein Schneeleopard
von Anika Lorenz

Impress 2016
293 Seiten
Coming Of Age, Fantasy
eBook: 3,99 €

 

Inhalt

Emma tritt gefühlt auf der Stelle: All ihre Freundinnen studieren und erleben die Welt, sie jedoch hängt in ihrer Kleinstadt fest und hat einfach nicht genug Geld, sich das Studium zu finanzieren. Obendrein lebt sie allein mit ihrer Großmutter. Emmas Großvater ist verstorben, ihren Vater hat sie nie kennen lernen können und ihre Mutter interessiert sich nicht für die junge, talentierte Künstlerin mit dem Wunsch, Architektin zu werden.

Emma ist am verzweifeln, fühlt sich eingeengt und wird zu allem Überdruss von seltsamen Alpträumen heimgesucht. Dass der reiche und schöne Nathan in die Stadt zieht, ist die gefundene Aufmunterung für die junge Erwachsene. Nathan wird ihr nicht nur ein guter Freund, er verschafft ihr auch ihren ersten Job als Innenarchitektin. Doch als Emma beginnt, Gefühle für ihn zu hegen, distanziert Nate sich. Hat das etwa etwas mit den tierischen Angriffen in der Nachbarschaft zu tun, für die keiner eine Erklärung hat?

Die Ereignisse überschlagen sich, als auch Emmas bester Freund Daniel nur knapp einer Wildtierattacke entkommt. Und urplötzlich verändert sich Emmas Leben schlagartig.

Meinung

Inhaltlich und auf die Handlung bezogen hat mich der erste Band der Serie absolut überzeugt. Im Moment befinde ich mich so ein bisschen im Gestaltwandler-Fieber und da ist diese Reihe genau das Richtige. Sprachlich hingegen konnte Anika Lorenz mich nicht ganz überzeugen. Stellenweise fand ich den Schreibstil nicht wirklich ansprechend, wenig literarisch. Das fand ich sehr schade, da insbesondere die Charaktere in meinem Fall darunter gelitten haben. Irgendwie habe ich es nicht geschafft, Emma lieb zu gewinnen wie man es so häufig mit Protagonisten erlebt. Nate und Liam sind mir da schon etwas sympathischer, auch Lana schneidet gut ab. Emmas Freunde hingegen möchte ich im wahren Leben nicht recht kennen lernen.

Insgesamt hinterlässt mich das erste Buch also mit gemischten Gefühlen. Da mich die Geschichte sehr anspricht und ich mich zugegeben auch schon gespoilert habe und mir auch die Handlung im Folgenden sehr gut gefällt, bleibe ich dran. Ich hoffe jedoch, dass ich mich im Laufe der Serie etwas mehr für Charaktere und Schreibstil werde erwärmen können.

Gemeinsam Lesen 20.06.2018

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Im Herzen ein Schneeleopard“ von Anika Lorenz. Ich bin auf S.159/506.
Bildergebnis für im herzen ein schneeleopard

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Hast du Lust auf Pizza und Billard?“, fragte Daniel.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich habe das Buch eher aus der Not heraus begonnen. Als ich gestern unterwegs war, las ich „Seiten der Welt“ aus und hatte kein weiteres Buch mit. Also habe ich mir kurzerhand dieses Buch bei Skoobe ausgesucht, da ich zur Zeit total im Gestaltwandler-Modus bin (Danke, Nalini Singh!). Bis jetzt hat mich das Buch noch nicht zu 100% „abgeholt“, auch wenn ich es sehr mag. Aber es fehlt einfach dieses Mitfiebern, das man doch so oft bei sehr guten Büchern mit guten Couples hat. Mal schauen wie das wird, wenn ich etwas weiter gelesen habe. Momentan bin ich ja noch so gut wie am Anfang.

4.Verleihst du deine Bücher?  

Über die Frage habe ich an sich noch nie nachgedacht, da ich einfach niemanden weiß, dem ich sie leihen könnte. Die wenigen Freunde, die ich habe, lesen nicht. Und wenn ich meiner Mutti ein Buch gebe, ist es ja nur ein oder zwei Zimmer weiter – nicht aber richtig verliehen. Also ich denke, es kommt aufs Buch an. Bücher, zu denen ich nur eine geringe emotionale Bindung habe, gebe ich weg und würde ich ohne Zögern verleihen. Aber Lieblingsbücher oder jene Bücher mit einer besonderen persönlichen Bedeutung für mich, würde ich nur an ausgewählte Personen geben. Dazu zählt zB mein Exemplar der „Unendlichen Geschichte“, die ich schon 20 Jahre lang mein Lieblingsbuch nenne. Oder die Bücher, die ich von meinen Eltern oder meiner Oma geschenkt bekommen habe. Diese würde ich so schnell nicht aus der Hand geben und wenn, auch nur ungern.