[Rückblick] Januar 2018

Für mich und mein Vorhaben, mehr zu lesen, begann das Jahr 2018 gar nicht so schlecht. Ich habe vier Bücher geschafft, genau so viele

wie im letzten Jahr. Mein Ziel, mindestens etwas mehr als im vergangenen Jahr Januar zu lesen, habe ich leider nicht erreicht. Ich habe folgende Bücher gelesen:

Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht

Mein Jahr startete mit diesem packenden Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Es war schockierend zu lesen, wie Tropfen für Tropfen den Stein höhlt und somit vermeintliche Kleinigkeiten ein Mädchen in den Suizid treiben konnten.

Kass Morgen: Die 100

Den Namen hatte ich bereits im TV gehört, doch viel mehr wusste ich nicht über die 100. Ich habe es dann durch Zufall gelesen, da es mir von meiner Onleihe empfohlen wurde. Und ich bereue es nicht. Ein wundervoller, dystopischer Roman mit einer sehr interessanten Grundidee.

Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

Auch hier bin ich erstmals durch TV, bzw. in diesem Fall das Kino aufmerksam geworden. Das Buch wurde ziemlich gehyped, meiner Meinung nach auch zu recht. Ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet und wurde dann komplett vom Buch überrascht – im positiven Sinne!

Barbara Honigmann: Ein Kapitel aus meinem Leben

Dieses Buch lag sehr, sehr lange auf meinem SUB. Ich hatte es mal für die Uni geholt und dann doch nicht fristgerecht gelesen, daher blieb es erst einmal liegen. Heute ärgere ich mich darüber, denn das Buch ist sehr interessant und es lohnt sich sehr, es zu lesen.

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Vorgenommen; Februar 2018

Ich muss doch….

…übergeschnappt sein, zu glauben, dass ich in einem Monat so viele Bücher schaffe 😀 Dennoch beträgt mein SUB für den Februar stolze 14 Bücher 😀 Absolut utopisch, aber mal schauen wie weit ich komme 🙂 Ich stelle sie euch einmal vor:

Mumins lange Reise
von Tove Jansson
64 Seiten

Unterleuten
von Juli Zeh
640 Seiten

Machandel
von Regina Scheer
480 Seiten

Die Auserwählten im Labyrinth
von James Dashner
496 Seiten

Gebrannte Kinder
Zeitzeugen erzählen
374 Seiten

Der Drachenflüsterer
von Boris Koch
352 Seiten

Silber: Das erste Buch der Träume
von Kerstin Gier
432 Seiten

Herr der Fliegen
von William Golding
229  Seiten

Kanak Sprak
von Feridun Zaimoglu
144 Seiten

Isabel
von Feridun Zaimoglu
240 Seiten

Inu Yasha 001
von Rumiko Takahashi
192 Seiten

Romeo & Romy
von Andreas Izquierdo
491 Seiten

Die Winterprinzessin
von Kai Meyer
341 Seiten

An jedem einzelnen Tag
von Marianne Kavanagh
384 Seiten

 

Gelesen

0/14 Bücher
0/4859 Seiten

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Mein Leserückblick für das Jahr 2017

2017 – Das Bucheulchen als Wenigleser

Meine Leseliste sieht karg aus für das vergangene Jahr 2017. Der Leserückblick fällt mau aus. Das Jahr 2017 bedeutete für mich viele private Veränderungen und das  Lesen kam dabei leider häufig zu kurz. Von 150 vorgenommenen Büchern habe ich nur an die 22 (+/- vergessene Bücher) geschafft. Rückblickend ärgert es mich ein wenig, doch das Jahr 2018 kann nur besser werden!  Und wenn ich ehrlich bin hatte mein „Weniglesen“ auch eine schöne Ursache: Das Jahr 2017 war das erste Jahr, welches ich mit meinem Nerdprinz in den eigenen Vierwänden verbracht habe. Da musste das Lesen häufig gemeinsamen Aktivitäten weichen.

Der Rückblick

Dank Goodreads kann ich euch einen ziemlich genauen und interessanten Leserückblick bieten. Insgesamt habe ich 22 Bücher gelesen. Das ist allerdings nur ein ungefährer Wert, da ich evtl. das ein oder andere Buch vergessen habe zu notieren. Ich komme mit diesen 22 Büchern auf 6298 gelesene Seiten. Das kürzeste der Bücher war Ruf der Wildnis von Jack London. Für mich definitiv eines der Jahreshighlights – in der Kürze liegt die Würze. Das längste gelesene Buch war Das Erbe von Winterfell von George R.R.Martin. Auf Goodreads gehört letztgenanntes auch zu den best bewerteten Büchern. Das populärste von mir gelesene Buch in diesem Jahr war Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green. Mit diesem Buch hatte ich einmal ein „gehyptes“ Buch lesen wollen und wurde nicht enttäuscht, auch wenn mir nach wie vor die Tränen in die Augen schießen.

 

2018 – Was nehme ich mir vor?

Ich gehöre tatsächlich zu jenen Leuten, die sich gute Vorsätze machen. Ich hoffe, im Jahr 2018 wieder viel mehr zum Lesen zu kommen. Für dieses Jahr habe ich mir auch vorerst nur 50 Bücher im Rahmen der Goodreads-Challenge vorgenommen. Neben vielen neuen Büchern, die entdeckt werden wollen, möchte ich auch einige Bücher – insbesondere aus meiner Kindheit – wiederlesen, z.B. Die unendliche Geschichte und Harry Potter.

 

Was habt ihr euch für das neue Jahr vorgenommen?

 

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J.R.Ward: Mondschwur (Black Dagger 16)

Mondschwur
Black Dagger, Band 16
von J.R.Ward

Heyne Verlag
2011
480 Seiten

Fantasy, Vampire, Romantik

Inhalt

Xhex wurde vom Hauptlesser und ehemaligen Vampir Lash gefangen genommen und wird nun als Lustsklavin von diesem in einem verschleierten Raum festgehalten, sodass sie nicht gehört und gesehen werden kann – selbst dann nicht, als John direkt neben ihr steht. Doch der mysteriösen und kampferprobten Vampirin gelingt die Flucht – nun aber wird sie von Rache angetrieben. Erst wenn sie Lash getötet hat, kann sie ihr Leben fortführen. Doch welchen Platz hat John in diesem Leben?
Neben der Hauptstory lesen wir auch von Blaylock und Qhuinn. Blay versucht, sich über die unerwiderte Liebe zu seinem besten Freund hinweg zu trösten. Doch in Qhuinn wachsen plötzlich heftige Besitzansprüche. Doch er schafft es nicht, sich seinen Gefühlen zu stellen.

 

Meinung

Dieser ist nun der zweite Teil zu John und Xhex. Mich hat ein wenig überrascht, wie still und unspektakulär letztlich die Flucht von Xhex stattfindet. Das jedoch trübt nicht die Spannung auf den folgenden Seiten. Die Jagd nach Lash ist nervenaufreibend, zumal dieser sich in seiner Gestalt wandelt – er wir zum wahrlich Bösen. John und Xhex sind zwei sehr faszinierende Personen, deren Geschichte weit tiefer reicht, als man am Anfang glauben mag. Mittels Rückblenden erzählt Ward die Geschichte von Xhex Mutter. In Mondschwur gelingen der Autorin viele absolut unerwartete PlotTwists vom Feinsten, was die Spannung auf den Höhepunkt treibt und das Lesen zu einem Genuss werden lässt.

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Ruth Klüger: weiter leben

weiter leben
von Ruth Klüger

dtv Verlagsgesellschaft
1994
288 Seiten

Biografie, Erinnerung, Holocaust

Kurzmeinung

Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Lesern, insbesondere meiner Altersgruppe, die Bücher mit dieser und ähnlicher Thematik verschlingen und auch nach dem zehnten Buch ähnlichen Hintergrunds noch nicht das Handtuch werfen. Ich bin geschichtsinteressiert, besonders was die jüngere Geschichte angeht. Daher stört es mich auch nicht, dass ich mit Ruth Klügers Biografie nun ein weiteres Buch einer Holocaust-Überlebenden in Händen halte. Die Todesmaschinerie mag die gleiche gewesen sein, doch jedes Schicksal ist so individuell, dass jedes Buch seine Berechtigung hat.

Gelesen habe ich weiter leben im Rahmen eines Seminars über die Literatur der Juden in erster, zweiter und dritter Generation nach dem Holocaust. Unsere Dozentin sieht Klüger als geschätzte Kollegin, ich vermute dass die Wahl daher auf sie und ihre Biografie  fiel.  Ruth Klüger zählt, als selbst im KZ inhaftiert Gewesene, natürlich zur ersten Generation. Der Leser sieht sich mit dem Schicksal einer Jugendlichen konfrontiert, die gerne das Kino besuchen würde – aber nicht darf. Die gerade beginnt, ein eigenes Leben zu leben. Und dann in ein Lager verschleppt wird, wo sie um ihr Leben kämpfen muss. Zu Beginn schildert die Autorin, wie es ist, als Jüdin im nationalsozialistischen Wien zu leben. Welche Einschränkungen sie nach und nach im Alltag ertragen und hinnehmen muss. Dann die Internierung. Dann das Leben danach. Das Überleben. Das weiter leben. 

Ruth Klüger ist Germanistin.  Wen sie schreibt, weiß sie, wie sie Sprache einzusetzen hat. Sie heischt kein Mitleid. Sie gehört nicht zu jenen Opfern, die – berechtigterweise – von ihrem Leid und der Tragweite dieses Leid sprechen. Verglichen mit jenen, ist Klügers Erzählstil nahezu nüchtern. Das macht es auf der einen Seite recht angenehm, ihre Biografie zu lesen. Man versinkt nicht in einer Beschreibung der Emotionen, sondern bekommt das Geschehen ohne zu viele Schnörkel präsentiert. Dennoch habe ich mich teilweise an Klügers Erzählstil gestoßen. Ich kenne die Autorin nicht und kann mir ihre Situation weiß Gott nicht vorstellen, daher erlaube ich mir auf keinen Fall ein Urteil über die Autorin als Person. Als Erzählerin ihrer Biografie wirkte sie jedoch zeitweise unsympathisch und stieß den Leser vor den Kopf.  Das ist auch der Grund, warum eine sonst sehr ausführliche und gut geschrieben Biografie von mir vier der fünf Sterne erhält.

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Amy Gentry: Good As Gone

 

Good As Gone
Amy Gentry
C, Bertelsmann Verlag
2017
320 Seiten
Krimi // Thriller

Autorin Amy Gentry ist freie Literaturkritikerin und unterrichtet, wie auch ihre Protagonistin, englische Literatur an einer Universität. In ihrem Roman „Good As Gone“ hat das Ehepaar Anna und Tom mit dem wahrscheinlich schlimmsten Schicksalsschlag zu kämpfen, welches Eltern zustoßen kann: Tochter Julie wurde mit 13 Jahren aus ihrem Kinderzimmer entführt. Nur Julies jüngere verängstigte Schwester Jane sieht mit an, wie ein Mann ihre Schwester aus dem Haus führt.

Und das ist, der einzigen Augenzeugin zufolge, die Geschichte, wie ich in einer Nacht meine Tochter – nein, meine beiden Töchter, einfach alles – verloren habe.

Acht Jahre später ist aus Jane ein rebellischer Teenager geworden, der aufs College geht. Anna kann ihre Tochter nicht mehr erreichen. Neidisch blickt sie auf die Beziehung zwischen Tom und ihrer jüngeren Tochter, die einander sehr nahe stehen. Als Jane zu Besuch kommt und soeben das Abendessen angerichtet werden soll, klingelt es plötzlich an der Tür. Ein verwahrlostes, engelsblondes Mädchen steht vor dem Haus. Julie ist wieder da. Oder wer auch immer das ist, der vor der Tür steht. Denn bald schon beschleichen Anna erste Zweifel an der Identität der jungen Frau.

Die in „Good As Gone“  verwendete Sprache ist eindeutig die, einer durch und durch mit der Literatur verwobenen Autorin. Trotz der leicht verständlichen Wortwahl, mangelt es dem Roman an keiner Stelle an Spannung oder Lesegenuss. Nach und nach wird der Leser in die Geschichte eingeweiht, die hinter dem Mädchen steht, welches sich als Julie vorstellt. Dies geht Gentry sehr geschickt an. In die lineare Handlung werden immer wieder Kapitel eingefügt, die ein Puzzlestück aus Julies Vergangenheit beleuchten. So wird der Leser regelmäßig in eine frühere Episode aus dem Leben der jungen Frau versetzt und lernt sie so, nach und nach, kennen. Interessant ist hierbei vor allem, dass diese „Sonderkapitel“ die Geschichte rückwärts aufdecken, beginnend also mit der Gegenwart und immer weiter in die Vergangenheit sinkend.

Was wahr scheint, ist falsch. Was falsch scheint, stellt sich als wahr heraus. Geheimnisse werden aufgedeckt. Amy Gentry hat ein phänomenales Konstrukt mit dem ein oder anderen absolut nicht zu erahnenden Plot Twist erdacht. So bleibt die Spannung und des Rätsels Lösung tatsächlich bis auf die letzten Seiten bewahrt.

Die Personen im Roman sind sehr schön dargestellt. Wobei hier der Detailreichtum von Person zu Person variiert, je nach spielender Rolle. Das meiste erfahren wir Leser wohl von Julie und Anna. Aus Sicht letzterer sind auch alle Kapitel bis auf jene Rückblenden geschrieben. Jane und Tom hingegen sind etwas weniger plastisch, was aber keinesfalls negativ sein soll. Im Fokus stehen ja Mutter und Tochter.

Ja, was lässt sich insgesamt zu „Good As Gone“ sagen? Ich steckte wirklich in einer fiesen Leseflaute, als ich zu diesem Buch griff. Es war nicht recht lang, sah gut leserlich aus und wirkte spannend. Ich hatte einfach die Hoffnung, mal wieder ein bisschen Schwung in die Sache zu bekommen. Zu einem besseren Buch hätte ich wohl nicht greifen können. „Good As Gone“ las sich in einem Rutsch. Ich konnte es kaum aus der Hand nehmen. Ganz gleich wohin ich ging, es steckte in der Tasche, damit ich auch jede freie Minute damit verbringen kann. Spannung hoch unendlich, ehrlich! Und dann dieses Ende, absolut unverhersehbar. Zumindest war es das für mich Ich kann den Roman daher nur absolut empfehlen. Ein klassischer Thriller ist es vielleicht nicht gerade. Aber ein Roman, der auf sehr spannende Art die Psyche eines Entführungsopfers darlegt und eine tragische Familiengeschichte offenbart.

„Good As Gone“ wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

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J.R.Ward: Racheengel

 

Racheengel
Black Dagger, Bd. 13
J.R.Ward

 

Heyne Verlag
464 Seiten
Fantasy, Romantasy, Vampire

Inhalt

Rehvenge ist der eiskalte Drogenboss unter den Vampiren. Sein großes Geheimnis? Er ist zudem ein halber Sympath. Und die  haben es nicht leicht, denn werden sie enttarnt, werden sie in eine Kolonie deportiert. Rehv muss daher auf der Hut sein und sich seine Freiheit teuer erkaufen. Seine Psyche und auch sein Körper leiden immens. So ist er auch regelmäßiger Gast in der Vampirklinik, denn dort bezieht er sein Dopamin, welches seine Sympathenseite unterdrücken kann. Doch in der Klinik lernt er Ehlena kennen, eine Vampirin die es auch nicht sonderlich leicht hat. Er verliebt sich in sich, doch durch sein Wesen bringt er sie in große Gefahr.

 

Meinung

Wie gewohnt nimmt mich J.R.Ward in ihren Bann gefangen. Black Dagger ist einfach eine geniale Serie, da beißt die Maus keinen Faden ab. Im Gegensatz zu anderen Teilen war diesmal leider etwas wenig Handlung vorhanden. Ich hatte das Gefühl, dass der Spannungsbogen was die Rahmenhandlung betrifft, etwas flach war diesmal. Dafür standen Rehvs Gefühle für Ehlena im Vordergrund, was nicht weniger spannend war. Die beiden sind tolle Charaktere. Rehv ist durch seine Sympathenseite natürlich ein sehr spannender Typ. Immer wieder gegen sich selbst und seine Instinkte ankämpfend, eine dunkle Seite in sich tragend. Ward setzt das sehr toll um. Man kann den inneren Zwiespalt recht gut fühlen, noch besser aber die Wandlung, als er erkennt, dass er für Ehlena Gefühle hegt. Und die ist auch nicht zu verachten. Sie lebt in einer schäbigen Bruchbude gemeinsam mit ihrem an einer psychischen Erkrankung leidenden Vater. Sie haben also beide ihr Kreuz zu tragen. Offen bleibt, ob sie einander Stütze sein können.

 

 

 

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Kathy Reichs: Tote lügen nicht

Tote lügen nicht
von Kathy Reichs
544 Seiten
Blanvalet

Inhalt

Temperance Brennan ist forensische Anthropologin und arbeitet in der Gerichtsmedizin von Montreal. Es landen häufig Leichen, die übel zugerichtet sind, auf ihrem Tisch. Doch mit dem Tod der jungen Isabelle Gagnon kommt Tempe einem Serienmörder auf die Spur, der die Frauen grausam zurichtet und ermordet. Doch bald schon wird der Fall persönlich, denn der gehetzte Killer nimmt nun auch Temperance und ihre Liebsten ins Visier.

Meinung

„Tote lügen nicht“ von Kathy Reichs habe ich von meinem Schwiegerpapa empfohlen bekommen. Es ist der erste Band der Reihe und war mein zweiter „Bones“-Roman. Während der erste, den ich las, von einem Fremdautor basierend auf der Serie geschrieben wurde, ist dies nun mein erster von der richtigen Kathy Reichs. Und das war nun auch ein Unterschied wie Tag und Nacht. Natürlich unterscheidet sich erst einmal das Setting. Temperance lebt in Montreal, ist deutlich älter als die „Serien-Tempe“ und auch ihr Charakter ist ein wenig anders, wenn auch in den Grundzügen gleich. Der Roman war von der ersten Seite an super spannend und bestach vor allem dadurch, dass die Autorin, selbst forensische Anthropologin, deutlich ihre fachliche Kompetenz einfließen lies. Der Roman erhält dadurch natürlich eine ganz andere Authentizität und das spürt man auch. Die vielen Fachbegriffen können einen teilweise, wenn man nicht recht gewillt ist sich darauf ein zu lassen, ein bisschen erschlagen. Für mich jedoch, wissenschaftlich interessiert und auch mit zwei Semestern Biologiestudium auf dem Buckel, war das eine herrliche Abwechslung.

Insgesamt ein durch und durch empfehlenswerter Krimi mit einer Protagonistin, die nicht wie jeder 0-8-15 Charakter daher kommt.

 

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Jack London: Ruf der Wildnis

Ruf der Wildnis
Jack London
Anaconda Verlag
128 Seiten
Klassiker

Klappentext

Amerika zur Zeit des großen Goldrauchs: Der Mischlingsrüde Buck führt auf dem kalifornischen Anwesen des Richters Miller als Haus- und Hofhund ein ruhiges und beschauliches Leben. Doch als er von einem verzweifelten Angestellten seines Herrn entführt und nach Alaska verschleppt wird, beginnt für ihn eine grausame Leidenszeit. Unter harten Bedingungen wird er zum Schlittenhund abgerichtet und muss sich fortan gegen skurpellose Besitzer und andere Hunde behaupten. Jack Londons mitreißend erzählter Roman „Ruf der Wildnis“ (1903) ist mehr als nur eine Tiergeschichte – mit seinen eindrucksvollen Naturschilderungen ist er zum Klassiker der amerikanischen Literatur avanciert.

 

Meinung

„Ruf der Wildnis“ gehört zu den Klassikern der Literatur. Ich wurde durch eine Reportage auf ARTE auf den Schriftsteller aufmerksam, dem ich bis dato leider zu wenig Beachtung geschenkt habe. In dieser kurzweiligen Geschichte wird Mischlingsrüde Buck entführt. Im hohen Norden, in Alaska, wird gut für tüchtige Schlittenhunde bezahlt. Ein verzweifelter Angestellter des Herrenhauses stiehlt den Rüden und verkauft ihn. So gelangte Buck in die Eishölle, die er so nicht kannte. Schließlich war er Hund eines Richters in Kalifornien. Doch schnell lernt Buck, sich zu behaupten. Aus dem einstigen  Schoßhund wird ein eiskalt berechnender, instinktgetriebener Rüde.
Packend erzählt London das Schicksal seines vierbeinigen Protagonisten. Der Roman konzentriert sich auf die Darstellung der Handlung, für emotionales Geplänkel bleibt wenig Raum. Man spürt nahezu die eisige Kälte und die Verzweiflung Alaskas im Goldrausch. Und man versteht, wie Buck zu dem werden kann, was er am Ende des Romans ist. Das Leben hat ihm teilweise übel mitgespielt.  Londons Erzählweise ist der nüchterne Stil eines Abenteurers, der seine Geschichte weitergeben möchte. Teilweise wirkt der Roman daher mehr wie ein Bericht, denn ein Roman. Aber gerade das verleiht „Ruf der Wildnis“ einen ganz eigenen Charme.

Für an Klassikern interessierte Leser und jene, die gerne eine Abenteuergeschichte lesen, ist Ruf der Wildnis absolut zu empfehlen.

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Wolfgang Herrndorf: In Plüschgewittern

In Plüschgewittern
von Wolfgang Herrndorf

Rowohlt Verlag; 192 Seiten
Gegenwartsliteratur

Handlung

Ein Mann, um die dreißig, sucht sein Glück in Berlin. Doch dort findet er nur all zu Melancholisches: Altbau-Partys, Arbeitslosigkeit, Verzweiflung, Gleichgültigkeit. Er verliebt sich, aber auch Verliebtsein kann zur Last werden. Zynisch kommentiert der Erzähler den grauen Großstadt-Alltag, denn er zumeist nur betrunken durchstehen kann.

Meinung

Von Wolfgang Herrndorf gibt es zu wenig. Viel zu früh gestorben, hinterlässt er der Leserschaft  eine überschaubare Anzahl an Werken. Ich habe zum ersten Mal an der Universität von diesem Autor gehört. Auf die Empfehlung einer Kommilitonin hin, las ich „Bilder deiner großen Liebe“, hangelte mich weiter zu Tschick, las Sand, litt mit ihm in Arbeit und Struktur und so weiter. Herrndorf ist ein Autor, der mit wenigen Mitteln seinen Leser gefangen hält. Sein linearer Erzählstil wirkt auf den ersten Blick durchaus einfach und schnörkellos, fast schon langweilig. Aber er erzählt mit einem amüsanten Zynismus und trifft den Nagel immer wieder auf den Kopf. In seinen Texten schwingt stets eine gute Mischung aus Humor und Melancholie mit. Nach dem Beenden eines Herrndorf-Romans ist man immer ein bisschen traurig und steht einem Nichts gegenüber, auch wenn man während des Romans herzlich hat lachen dürfen. Eine grandiose Mischung.

So auch bei „In Plüschgewittern“. Der Protagonist, dessen Name nicht fällt, tingelt nach einer Trennung nach Hamburg in das Haus seines Bruders, von dort weiter nach Berlin zu seinem schwulen besten Freund. Er trifft auf echte Großstadt-Unikate, treibt sich auf Partys herum und zu seinem Unglück verliebt er sich. Schonungslos zeigt Herrndorf den Alltag einer kalten Welt auf, in der alles irgendwie egal sein kann. Den Leser befällt  bei der Lektüre eine gewisse Schwermut, bekommt man doch relativ unverhohlen vor die Nase gesetzt, was man eigentlich nicht zwingend wahrhaben will.

Wer einen Spannungsbogen sucht, ist bei Herrndorf eher schlecht beraten. Dieser Roman hat es nicht zum Ziel, Spannung aufzubauen oder den Leser durch Thrill zu packen. Viel eher zeigt er das Panorama eines heimatlosen Mannes auf. Zeigt, wie das Leben manchmal spielt. Dass man es eben doch mit Antihelden zu tun hat, jedoch weder schwarz noch weiß. Ein wenig wirr, ein wenig eigen, ganz viel Realität – In Plüschgewittern ist als Debüt des Autors ein Meisterstück. Für jene, die an deutscher Gegenwartsliteratur interessiert sind, ein absolutes Muss.

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