Gemeinsam Lesen 20.06.2018

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Im Herzen ein Schneeleopard“ von Anika Lorenz. Ich bin auf S.159/506.
Bildergebnis für im herzen ein schneeleopard

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Hast du Lust auf Pizza und Billard?“, fragte Daniel.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich habe das Buch eher aus der Not heraus begonnen. Als ich gestern unterwegs war, las ich „Seiten der Welt“ aus und hatte kein weiteres Buch mit. Also habe ich mir kurzerhand dieses Buch bei Skoobe ausgesucht, da ich zur Zeit total im Gestaltwandler-Modus bin (Danke, Nalini Singh!). Bis jetzt hat mich das Buch noch nicht zu 100% „abgeholt“, auch wenn ich es sehr mag. Aber es fehlt einfach dieses Mitfiebern, das man doch so oft bei sehr guten Büchern mit guten Couples hat. Mal schauen wie das wird, wenn ich etwas weiter gelesen habe. Momentan bin ich ja noch so gut wie am Anfang.

4.Verleihst du deine Bücher?  

Über die Frage habe ich an sich noch nie nachgedacht, da ich einfach niemanden weiß, dem ich sie leihen könnte. Die wenigen Freunde, die ich habe, lesen nicht. Und wenn ich meiner Mutti ein Buch gebe, ist es ja nur ein oder zwei Zimmer weiter – nicht aber richtig verliehen. Also ich denke, es kommt aufs Buch an. Bücher, zu denen ich nur eine geringe emotionale Bindung habe, gebe ich weg und würde ich ohne Zögern verleihen. Aber Lieblingsbücher oder jene Bücher mit einer besonderen persönlichen Bedeutung für mich, würde ich nur an ausgewählte Personen geben. Dazu zählt zB mein Exemplar der „Unendlichen Geschichte“, die ich schon 20 Jahre lang mein Lieblingsbuch nenne. Oder die Bücher, die ich von meinen Eltern oder meiner Oma geschenkt bekommen habe. Diese würde ich so schnell nicht aus der Hand geben und wenn, auch nur ungern.

Montagsfrage 18.06.2018

Welche/n Autor/in würdest du gerne mal treffen?

Leider sind die meisten Autoren, mit denen ich wirklich gerne einmal plaudern oder zumindest treffen würde, bereits tot: Wolfgang Herrndorf, Gabriel Garcia Marquez, Kafka. Auch wenn ich irgendwie bezweifle, dass Herrndorf und Kafka mit mir hätten reden wollen. Bei Marquez bin ich mir da nicht so sicher. Bei der „lebenden Fraktion“ würden mich einmal Autoren wie Juli Zeh und Judith Hermann reizen. Auch Daniel Kehlmann würde mich sehr interessieren. Autoren, an die ich eher weniger Fragen habe, die ich jedoch des „Fangirlens“ wegen sicher gerne einmal sehen würde, wären Nalini Singh und J.R.Ward. <3

Montagsfrage // 04.06.2018

 

Wenn du Bücher mit in den Sommerurlaub nimmst, liest du dann typische, leichte Sommerlektüre oder einfach ganz normal Bücher wie sonst auch?

Einen wirklichen „Sommerurlaub“ kenne ich nicht und mag ich glaube ich auch nicht 😀 Das hat zwei Gründe:
Unser Familienbetrieb lässt Urlaube in den Sommermonaten aufgrund der Saisonabhängigkeit nicht zu. Wenn man Speiseeis herstellt, sind Urlaube im Sommer schlichtweg nicht drin. Aber, und damit sind wir bei Grund Nummer zwei, das macht nichts. Ich bin ein Sommerhasser, ja, richtig gelesen. Ich mag den Sommer nicht und sobald es warm wird, bekommen mich keine 10 Pferde aus dem kühlen Haus. Ein Hoch auf unser altes Bauernhaus, wo man auch bei 30 Grad Außentemperatur einen Pullover in den Räumen braucht.

Nehmen wir nun aber einmal an, ich HÄTTE Sommerurlaub, würde fort fahren oder auf Balkonien chillen – was dann? Ich glaube dann würde ich auch keine saisonale Lektüre mitnehmen, ich lese eher, was mir gerade so in die Hände fällt. Ist das ein Buch, das im Sommer spielt? Okay. Ist es keines, auch okay. Richtig saisonal lese ich maximal im Winter, da ich sehr gerne um die Weihnachtszeit dann einige Weihnachtsklassiker lese. Aber es kommt wie gesagt selbst dann eher selten vor, dass ich mir Bücher suche, die zur Jahreszeit passen.

Daniel Kehlmann: Du hättest gehen sollen

Du hättest gehen sollen
Daniel Kehlmann
96 Seiten
Rowohlt Verlag
2016
Gegenwartsliteratur

Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann – ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet – schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes – eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht. 
Daniel Kehlmanns phantastische Erzählung ist im doppelten Wortsinn unheimlich, die Spirale in den Abgrund entwickelt einen starken Sog – umso mehr, als dem Schrecken etwas zur Seite gestellt wird: die wechselnden Stimmungen in der Familie, das Nebeneinander von Liebe und Gereiztheit, die Sorge um das Kind. «Das Geheimnis ist, dass man sich ja doch liebt.» Ist es so? Allmählich verschwimmen die Konturen, und der Boden beginnt zu wanken.

Es beginnt unverfänglich. Ein Drehbuchautor fährt in die Berge, seine Familie begleitet ihn. Auf der Suche nach Inspiration, die Liebe ergründend, das Kind liebend. Eine ganz normale Geschichte. Doch allmählich beginnt die Welt des Protagonisten zu wanken, zu schwanken. Ein Sog zieht ihn nach unten, immer weiter in eine Spirale. Er läuft und kommt seinem Ziel doch nicht näher. Und der Leser begleitet ihn in diesem Strudel.
Sprachlich ein Meisterwerk, ist besonders der Aufbau auch noch einmal hervorzuheben. Man liest das Notizbuch des Drehbuchautors, welcher immer wieder tagebuchartig sein Leben festhält und dann doch wieder Ideen für seinen neuen Film. Die Übergänge sind fließend, nicht gekennzeichnet und virtuos eingebettet.
Insgesamt ein wundervolles Werk, welches die Sprachgewalt des Deutschen ausschöpft und seinen Leser in den Bann zieht.

[Rückblick] Januar 2018

Für mich und mein Vorhaben, mehr zu lesen, begann das Jahr 2018 gar nicht so schlecht. Ich habe vier Bücher geschafft, genau so viele

wie im letzten Jahr. Mein Ziel, mindestens etwas mehr als im vergangenen Jahr Januar zu lesen, habe ich leider nicht erreicht. Ich habe folgende Bücher gelesen:

Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht

Mein Jahr startete mit diesem packenden Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Es war schockierend zu lesen, wie Tropfen für Tropfen den Stein höhlt und somit vermeintliche Kleinigkeiten ein Mädchen in den Suizid treiben konnten.

Kass Morgen: Die 100

Den Namen hatte ich bereits im TV gehört, doch viel mehr wusste ich nicht über die 100. Ich habe es dann durch Zufall gelesen, da es mir von meiner Onleihe empfohlen wurde. Und ich bereue es nicht. Ein wundervoller, dystopischer Roman mit einer sehr interessanten Grundidee.

Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

Auch hier bin ich erstmals durch TV, bzw. in diesem Fall das Kino aufmerksam geworden. Das Buch wurde ziemlich gehyped, meiner Meinung nach auch zu recht. Ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet und wurde dann komplett vom Buch überrascht – im positiven Sinne!

Barbara Honigmann: Ein Kapitel aus meinem Leben

Dieses Buch lag sehr, sehr lange auf meinem SUB. Ich hatte es mal für die Uni geholt und dann doch nicht fristgerecht gelesen, daher blieb es erst einmal liegen. Heute ärgere ich mich darüber, denn das Buch ist sehr interessant und es lohnt sich sehr, es zu lesen.

Vorgenommen; Februar 2018

Ich muss doch….

…übergeschnappt sein, zu glauben, dass ich in einem Monat so viele Bücher schaffe 😀 Dennoch beträgt mein SUB für den Februar stolze 14 Bücher 😀 Absolut utopisch, aber mal schauen wie weit ich komme 🙂 Ich stelle sie euch einmal vor:

Mumins lange Reise
von Tove Jansson
64 Seiten

Unterleuten
von Juli Zeh
640 Seiten

Machandel
von Regina Scheer
480 Seiten

Die Auserwählten im Labyrinth
von James Dashner
496 Seiten

Gebrannte Kinder
Zeitzeugen erzählen
374 Seiten

Der Drachenflüsterer
von Boris Koch
352 Seiten

Silber: Das erste Buch der Träume
von Kerstin Gier
432 Seiten

Herr der Fliegen
von William Golding
229  Seiten

Kanak Sprak
von Feridun Zaimoglu
144 Seiten

Isabel
von Feridun Zaimoglu
240 Seiten

Inu Yasha 001
von Rumiko Takahashi
192 Seiten

Romeo & Romy
von Andreas Izquierdo
491 Seiten

Die Winterprinzessin
von Kai Meyer
341 Seiten

An jedem einzelnen Tag
von Marianne Kavanagh
384 Seiten

 

Gelesen

0/14 Bücher
0/4859 Seiten

Mein Leserückblick für das Jahr 2017

2017 – Das Bucheulchen als Wenigleser

Meine Leseliste sieht karg aus für das vergangene Jahr 2017. Der Leserückblick fällt mau aus. Das Jahr 2017 bedeutete für mich viele private Veränderungen und das  Lesen kam dabei leider häufig zu kurz. Von 150 vorgenommenen Büchern habe ich nur an die 22 (+/- vergessene Bücher) geschafft. Rückblickend ärgert es mich ein wenig, doch das Jahr 2018 kann nur besser werden!  Und wenn ich ehrlich bin hatte mein „Weniglesen“ auch eine schöne Ursache: Das Jahr 2017 war das erste Jahr, welches ich mit meinem Nerdprinz in den eigenen Vierwänden verbracht habe. Da musste das Lesen häufig gemeinsamen Aktivitäten weichen.

Der Rückblick

Dank Goodreads kann ich euch einen ziemlich genauen und interessanten Leserückblick bieten. Insgesamt habe ich 22 Bücher gelesen. Das ist allerdings nur ein ungefährer Wert, da ich evtl. das ein oder andere Buch vergessen habe zu notieren. Ich komme mit diesen 22 Büchern auf 6298 gelesene Seiten. Das kürzeste der Bücher war Ruf der Wildnis von Jack London. Für mich definitiv eines der Jahreshighlights – in der Kürze liegt die Würze. Das längste gelesene Buch war Das Erbe von Winterfell von George R.R.Martin. Auf Goodreads gehört letztgenanntes auch zu den best bewerteten Büchern. Das populärste von mir gelesene Buch in diesem Jahr war Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green. Mit diesem Buch hatte ich einmal ein „gehyptes“ Buch lesen wollen und wurde nicht enttäuscht, auch wenn mir nach wie vor die Tränen in die Augen schießen.

 

2018 – Was nehme ich mir vor?

Ich gehöre tatsächlich zu jenen Leuten, die sich gute Vorsätze machen. Ich hoffe, im Jahr 2018 wieder viel mehr zum Lesen zu kommen. Für dieses Jahr habe ich mir auch vorerst nur 50 Bücher im Rahmen der Goodreads-Challenge vorgenommen. Neben vielen neuen Büchern, die entdeckt werden wollen, möchte ich auch einige Bücher – insbesondere aus meiner Kindheit – wiederlesen, z.B. Die unendliche Geschichte und Harry Potter.

 

Was habt ihr euch für das neue Jahr vorgenommen?

 

J.R.Ward: Mondschwur (Black Dagger 16)

Mondschwur
Black Dagger, Band 16
von J.R.Ward

Heyne Verlag
2011
480 Seiten

Fantasy, Vampire, Romantik

Inhalt

Xhex wurde vom Hauptlesser und ehemaligen Vampir Lash gefangen genommen und wird nun als Lustsklavin von diesem in einem verschleierten Raum festgehalten, sodass sie nicht gehört und gesehen werden kann – selbst dann nicht, als John direkt neben ihr steht. Doch der mysteriösen und kampferprobten Vampirin gelingt die Flucht – nun aber wird sie von Rache angetrieben. Erst wenn sie Lash getötet hat, kann sie ihr Leben fortführen. Doch welchen Platz hat John in diesem Leben?
Neben der Hauptstory lesen wir auch von Blaylock und Qhuinn. Blay versucht, sich über die unerwiderte Liebe zu seinem besten Freund hinweg zu trösten. Doch in Qhuinn wachsen plötzlich heftige Besitzansprüche. Doch er schafft es nicht, sich seinen Gefühlen zu stellen.

 

Meinung

Dieser ist nun der zweite Teil zu John und Xhex. Mich hat ein wenig überrascht, wie still und unspektakulär letztlich die Flucht von Xhex stattfindet. Das jedoch trübt nicht die Spannung auf den folgenden Seiten. Die Jagd nach Lash ist nervenaufreibend, zumal dieser sich in seiner Gestalt wandelt – er wir zum wahrlich Bösen. John und Xhex sind zwei sehr faszinierende Personen, deren Geschichte weit tiefer reicht, als man am Anfang glauben mag. Mittels Rückblenden erzählt Ward die Geschichte von Xhex Mutter. In Mondschwur gelingen der Autorin viele absolut unerwartete PlotTwists vom Feinsten, was die Spannung auf den Höhepunkt treibt und das Lesen zu einem Genuss werden lässt.

Ruth Klüger: weiter leben

weiter leben
von Ruth Klüger

dtv Verlagsgesellschaft
1994
288 Seiten

Biografie, Erinnerung, Holocaust

Kurzmeinung

Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Lesern, insbesondere meiner Altersgruppe, die Bücher mit dieser und ähnlicher Thematik verschlingen und auch nach dem zehnten Buch ähnlichen Hintergrunds noch nicht das Handtuch werfen. Ich bin geschichtsinteressiert, besonders was die jüngere Geschichte angeht. Daher stört es mich auch nicht, dass ich mit Ruth Klügers Biografie nun ein weiteres Buch einer Holocaust-Überlebenden in Händen halte. Die Todesmaschinerie mag die gleiche gewesen sein, doch jedes Schicksal ist so individuell, dass jedes Buch seine Berechtigung hat.

Gelesen habe ich weiter leben im Rahmen eines Seminars über die Literatur der Juden in erster, zweiter und dritter Generation nach dem Holocaust. Unsere Dozentin sieht Klüger als geschätzte Kollegin, ich vermute dass die Wahl daher auf sie und ihre Biografie  fiel.  Ruth Klüger zählt, als selbst im KZ inhaftiert Gewesene, natürlich zur ersten Generation. Der Leser sieht sich mit dem Schicksal einer Jugendlichen konfrontiert, die gerne das Kino besuchen würde – aber nicht darf. Die gerade beginnt, ein eigenes Leben zu leben. Und dann in ein Lager verschleppt wird, wo sie um ihr Leben kämpfen muss. Zu Beginn schildert die Autorin, wie es ist, als Jüdin im nationalsozialistischen Wien zu leben. Welche Einschränkungen sie nach und nach im Alltag ertragen und hinnehmen muss. Dann die Internierung. Dann das Leben danach. Das Überleben. Das weiter leben. 

Ruth Klüger ist Germanistin.  Wen sie schreibt, weiß sie, wie sie Sprache einzusetzen hat. Sie heischt kein Mitleid. Sie gehört nicht zu jenen Opfern, die – berechtigterweise – von ihrem Leid und der Tragweite dieses Leid sprechen. Verglichen mit jenen, ist Klügers Erzählstil nahezu nüchtern. Das macht es auf der einen Seite recht angenehm, ihre Biografie zu lesen. Man versinkt nicht in einer Beschreibung der Emotionen, sondern bekommt das Geschehen ohne zu viele Schnörkel präsentiert. Dennoch habe ich mich teilweise an Klügers Erzählstil gestoßen. Ich kenne die Autorin nicht und kann mir ihre Situation weiß Gott nicht vorstellen, daher erlaube ich mir auf keinen Fall ein Urteil über die Autorin als Person. Als Erzählerin ihrer Biografie wirkte sie jedoch zeitweise unsympathisch und stieß den Leser vor den Kopf.  Das ist auch der Grund, warum eine sonst sehr ausführliche und gut geschrieben Biografie von mir vier der fünf Sterne erhält.

Amy Gentry: Good As Gone

 

Good As Gone
Amy Gentry
C, Bertelsmann Verlag
2017
320 Seiten
Krimi // Thriller

Autorin Amy Gentry ist freie Literaturkritikerin und unterrichtet, wie auch ihre Protagonistin, englische Literatur an einer Universität. In ihrem Roman „Good As Gone“ hat das Ehepaar Anna und Tom mit dem wahrscheinlich schlimmsten Schicksalsschlag zu kämpfen, welches Eltern zustoßen kann: Tochter Julie wurde mit 13 Jahren aus ihrem Kinderzimmer entführt. Nur Julies jüngere verängstigte Schwester Jane sieht mit an, wie ein Mann ihre Schwester aus dem Haus führt.

Und das ist, der einzigen Augenzeugin zufolge, die Geschichte, wie ich in einer Nacht meine Tochter – nein, meine beiden Töchter, einfach alles – verloren habe.

Acht Jahre später ist aus Jane ein rebellischer Teenager geworden, der aufs College geht. Anna kann ihre Tochter nicht mehr erreichen. Neidisch blickt sie auf die Beziehung zwischen Tom und ihrer jüngeren Tochter, die einander sehr nahe stehen. Als Jane zu Besuch kommt und soeben das Abendessen angerichtet werden soll, klingelt es plötzlich an der Tür. Ein verwahrlostes, engelsblondes Mädchen steht vor dem Haus. Julie ist wieder da. Oder wer auch immer das ist, der vor der Tür steht. Denn bald schon beschleichen Anna erste Zweifel an der Identität der jungen Frau.

Die in „Good As Gone“  verwendete Sprache ist eindeutig die, einer durch und durch mit der Literatur verwobenen Autorin. Trotz der leicht verständlichen Wortwahl, mangelt es dem Roman an keiner Stelle an Spannung oder Lesegenuss. Nach und nach wird der Leser in die Geschichte eingeweiht, die hinter dem Mädchen steht, welches sich als Julie vorstellt. Dies geht Gentry sehr geschickt an. In die lineare Handlung werden immer wieder Kapitel eingefügt, die ein Puzzlestück aus Julies Vergangenheit beleuchten. So wird der Leser regelmäßig in eine frühere Episode aus dem Leben der jungen Frau versetzt und lernt sie so, nach und nach, kennen. Interessant ist hierbei vor allem, dass diese „Sonderkapitel“ die Geschichte rückwärts aufdecken, beginnend also mit der Gegenwart und immer weiter in die Vergangenheit sinkend.

Was wahr scheint, ist falsch. Was falsch scheint, stellt sich als wahr heraus. Geheimnisse werden aufgedeckt. Amy Gentry hat ein phänomenales Konstrukt mit dem ein oder anderen absolut nicht zu erahnenden Plot Twist erdacht. So bleibt die Spannung und des Rätsels Lösung tatsächlich bis auf die letzten Seiten bewahrt.

Die Personen im Roman sind sehr schön dargestellt. Wobei hier der Detailreichtum von Person zu Person variiert, je nach spielender Rolle. Das meiste erfahren wir Leser wohl von Julie und Anna. Aus Sicht letzterer sind auch alle Kapitel bis auf jene Rückblenden geschrieben. Jane und Tom hingegen sind etwas weniger plastisch, was aber keinesfalls negativ sein soll. Im Fokus stehen ja Mutter und Tochter.

Ja, was lässt sich insgesamt zu „Good As Gone“ sagen? Ich steckte wirklich in einer fiesen Leseflaute, als ich zu diesem Buch griff. Es war nicht recht lang, sah gut leserlich aus und wirkte spannend. Ich hatte einfach die Hoffnung, mal wieder ein bisschen Schwung in die Sache zu bekommen. Zu einem besseren Buch hätte ich wohl nicht greifen können. „Good As Gone“ las sich in einem Rutsch. Ich konnte es kaum aus der Hand nehmen. Ganz gleich wohin ich ging, es steckte in der Tasche, damit ich auch jede freie Minute damit verbringen kann. Spannung hoch unendlich, ehrlich! Und dann dieses Ende, absolut unverhersehbar. Zumindest war es das für mich Ich kann den Roman daher nur absolut empfehlen. Ein klassischer Thriller ist es vielleicht nicht gerade. Aber ein Roman, der auf sehr spannende Art die Psyche eines Entführungsopfers darlegt und eine tragische Familiengeschichte offenbart.

„Good As Gone“ wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.