Susanne Preusker: Wenn das Glück mit dem Schwanz wedelt

Wenn das Glück mit dem Schwanz wedelt
von Susanne Preusker
Patmos Verlag
2012
174 Seiten
Erinnerungen, Tiere

 

Meinung

Susanne Preusker, mittlerweile leider verstorben, war Psychologin und arbeitete als solche im Gefängnis – bis zu jenem verhängnisvolle Tag, an dem sie von einem Häftling als Geisel gefangen und vergewaltigt wurde. In ihren Weg ins Leben kämpft sie sich eisern frei. Auf ihrem Weg begleiten sie ihr Mann, ihr Sohn und ab einem gewissen Punkt auch Kampfhündin Emmi. Aber wie geht man eigentlich damit um, wenn man im Tierheim von einem Kampfhundmädchen erwählt und sich als Laie den Herausforderungen des Hundealltag stellen muss?

Aus absolut urkomische Art erzählt Preusker aus ihrem Alltag mit Emmi und den Hürden, die die beiden oder besser gesagtt die gesamte Familie nehmen musste. Auf unterhaltender Ebene ein urkomisches Buch für Hundefreunde, auf fachlicher Ebene aber ebenfalls absolut ratsam. Und als Mensch, der aktuell ebenfalls einen Welpen – wenn auch nur Kampfmops – großzuziehen hat, eine wertvolle Quelle der Inspiration und ein Grund, nicht zu verzweifeln. Denn bei Emmi hat auch nicht alles auf Anhieb geklappt, aber trotzdem ist aus dem Hund mit dem halbbraunen Kopf so einiges, natürlich Gutes geworden.

 

Anika Lorenz: Im Herzen ein Schneeleopard

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Im Herzen ein Schneeleopard
von Anika Lorenz

Impress 2016
293 Seiten
Coming Of Age, Fantasy
eBook: 3,99 €

 

Inhalt

Emma tritt gefühlt auf der Stelle: All ihre Freundinnen studieren und erleben die Welt, sie jedoch hängt in ihrer Kleinstadt fest und hat einfach nicht genug Geld, sich das Studium zu finanzieren. Obendrein lebt sie allein mit ihrer Großmutter. Emmas Großvater ist verstorben, ihren Vater hat sie nie kennen lernen können und ihre Mutter interessiert sich nicht für die junge, talentierte Künstlerin mit dem Wunsch, Architektin zu werden.

Emma ist am verzweifeln, fühlt sich eingeengt und wird zu allem Überdruss von seltsamen Alpträumen heimgesucht. Dass der reiche und schöne Nathan in die Stadt zieht, ist die gefundene Aufmunterung für die junge Erwachsene. Nathan wird ihr nicht nur ein guter Freund, er verschafft ihr auch ihren ersten Job als Innenarchitektin. Doch als Emma beginnt, Gefühle für ihn zu hegen, distanziert Nate sich. Hat das etwa etwas mit den tierischen Angriffen in der Nachbarschaft zu tun, für die keiner eine Erklärung hat?

Die Ereignisse überschlagen sich, als auch Emmas bester Freund Daniel nur knapp einer Wildtierattacke entkommt. Und urplötzlich verändert sich Emmas Leben schlagartig.

Meinung

Inhaltlich und auf die Handlung bezogen hat mich der erste Band der Serie absolut überzeugt. Im Moment befinde ich mich so ein bisschen im Gestaltwandler-Fieber und da ist diese Reihe genau das Richtige. Sprachlich hingegen konnte Anika Lorenz mich nicht ganz überzeugen. Stellenweise fand ich den Schreibstil nicht wirklich ansprechend, wenig literarisch. Das fand ich sehr schade, da insbesondere die Charaktere in meinem Fall darunter gelitten haben. Irgendwie habe ich es nicht geschafft, Emma lieb zu gewinnen wie man es so häufig mit Protagonisten erlebt. Nate und Liam sind mir da schon etwas sympathischer, auch Lana schneidet gut ab. Emmas Freunde hingegen möchte ich im wahren Leben nicht recht kennen lernen.

Insgesamt hinterlässt mich das erste Buch also mit gemischten Gefühlen. Da mich die Geschichte sehr anspricht und ich mich zugegeben auch schon gespoilert habe und mir auch die Handlung im Folgenden sehr gut gefällt, bleibe ich dran. Ich hoffe jedoch, dass ich mich im Laufe der Serie etwas mehr für Charaktere und Schreibstil werde erwärmen können.

Kass Morgan: Die 100 – Tag 21

 

Die 100 – Tag 21 
Kass Morgan
320 Seiten
Heyne Verlag 2015
Jugendbücher

Kurzmeinung

Mit „Die 100 – Tag 21“ gelingt Kass Morgan die gelungene Fortsetzung der Serie. Die jugendlichen Straftäter, die wie Laborkaninchen auf die Erde entsandt wurden, sehen sich nun ganz neuen, ungeahnten Gefahren ausgesetzt: andere Menschen. Erdgeborene. Octavia, die Schwester Bellamys, ist nach wie vor verschwunden. Dafür haben die Jugendlichen eine aus der Reihen der Erdgeborenen gefangen nehmen können. Clarke ist eine der wenigen, die nicht nach Rache sinnt. Sie versucht, die Erdgeborenen zu verstehen und kennen zu lernen. Dabei entdeckt sie etwas Ungeahntes.

Auch mit „Tag 21“ hat Kass Morgan mich von der ersten Seite an fesseln können. Die Protagonisten, deren Person wir abwechselnd begleiten, sind sympathisch mit all ihren Ecken und Kanten. Man kann durch kurze Rückblenden in die Vergangenheit der verschiedenen Charaktere hinein blicken und lernt somit auch deren Umstände besser kennen. Zudem hat Kass Morgan einige hübsche Plot Twists in die Story einfließen lassen, sodass die Spannung dauerhaft gehalten werden kann.

 

Mark B. Mills: Warten auf Doggo

Warten auf Doggo
von Mark B. Mills
256 Seiten
Bastei Lübbe
Gegenwartsliteratur, Humor

 

Inhalt

Daniels leicht durchgedrehte Freundin haut einfach ab. Sie hinterlässt nicht viel, bloß einen fadenscheinigen Brief mit Anschuldigungen und Doggo. Doggo ist ein ziemlich hässlicher Hund aus dem Tierheim, grummelig und zu Beginn wenig liebenswürdig. Doch je mehr Zeit Daniel mit dem Hund verbringt, umso mehr hängt sein Herz an dem Tier. Doggo und Daniel ergänzen sich perfekt. Und sie helfen einander durch den Alltag und die Hürden des Lebens. Und von denen gibt es in Daniels Leben nun einige, denn nicht nur ist seine Freundin fort, auch beginnt er einen neuen Job und kommt einem Geheimnis auf die Schliche, dass sein Leben verändert. Ohne Doggo hätte er wohl den Halt verloren.

Meinung

Es gab zwei gute Gründe, dieses Buch aus der Bibliothek zu entleihen: a) Der Titel ist eine Anspielung auf Samuel Beckett; b) Es geht um einen Hund. Okay, allein letzteres hätte mich schon überzeugt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Dieses sehr humorvolle Buch wartet mit einigen sehr herzerwärmenden Szenen auf und beschreibt alles in allem die ganz besondere Freundschaft zwischen Mensch und Hund. Doggo und Daniel stehen natürlich im Fokus des Geschehens, man lernt beider Geschichten ein wenig besser kennen. Doch auch das Drumherum wurde mit liebevoll und detailliert ausgearbeiteten Figuren ausstaffiert. Das Buch lässt sich sehr angenehm und flüssig lesen, es wird zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langatmig. Insgesamt ein tolles Buch, um einfach abzuschalten und zu lachen. Sehr empfehlenswert!

[Rezension] Florian Freistetter: Der Astronomieverführer

Der Astronomieverführer: Wie das Weltall unseren Alltag bestimmt
Florian Freistetter

224 Seiten
Rowohlt Taschenbuch Verlag
2014
Sachbuch;
Naturwissenschaft; Astronomie

Meinung

Während des Wintersemesters 2017/18  versuchte ich, nach den Sternen zu greifen. Oder so ähnlich. Denn wir besuchten als Gast- und Zweithörer  die Astronomie-Einführungs-Vorlesung in Jena, aus Interesse. Denn da halten wir’s wie Faust: Wir wollen wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Passend dazu besuchten wir am vergangenen Wochenende die Sternwarten Jenas im Rahmen des Astronomietags.  „Der Astronomieverführer“ von Florian Freistetter war da nun die passende Lektüre. Der 1977 geborene Wissenschaftler betreibt einen Astronomie-Blog , dieser gehört zu den  meistgelesenen Wissenschaftsblogs in Deutscher Sprache. Freistetter lebt und arbeitet als Wissenschaftsautor in Jena.
In diesem schönen, handlichen Buch beschreibt er, wie wir dem All, dem Universum, in unserem Alltag begegnen. Ob in der Suppenschüssel, beim Wettern, bei den Jahreszeiten, beim Wind, der Staub zu unseren Füßen, ja selbst das Rauschen auf dem Fernsehen, wenn der Empfang mal wieder aussetzt. Jeden einzelnen Tag kommen wir mit dem Weltall in direkte und indirekte Berührung und Freistetter erklärt dies auf eine sehr amüsante, gut verständliche Art und Weise.

 

 

Christie Golden: Heimkehr

Heimkehr
Stark Trek – Voyager 1
von Christie Golden
250 Seiten
Cross Cult
Oktober 2013
Science Fiction

Inhalt

Die Besatzung der Voyager kehrt nach sieben Jahren Irrfahrt durch den Delta-Quadranten endlich auf die Erde zurück. Doch das Wiedersehen wird von den verheerenden Folgen des Dominion-Krieges überschattet. Die Crew rund um Captain Janeway muss sich erst in dieser neuen Welt zurechtfinden. Die erwartete herzliche Begrüßung fällt aus, stattdessen stehen bald alle Mitglieder der Besatzung unter Verdacht. Eine merkwürdige Krankheit grassiert auf der Erde, mit verheerenden Folgen. Und die Voyager steht im Zentrum der Ermittlungen. Vor allem der Doktor, Seven of Nine und Icheb.

Meinung

Bereits als Kind kam ich erstmals mit dem riesigen Universum rund um Star Trek in Kontakt, mein Papa ist ein wahrer „Trekkie“ und ich habe es ihm gleich getan. Besonders habe ich mich in die Crew auf der Voyager verliebt, mit Captain Janeway, Chakotay, Seven of Nine, dem Doktor und all den geliebten Charakteren. Ich habe nun endlich die Roman-Reihe parat, wobei es ein wenig irreführend war, welches Buch nun also zuerst gelesen werden sollte. (Im Endeffekt habe ich heraus gefunden, dass es zwei Serien gibt. Einmal die ursprüngliche und dann die Wiederaufnahme. Dieses Buch ist der erste teil von letzterem.) Heimkehr setzt mit der Rückkehr der Voyager ein und setzt somit die Kenntnis der vorherigen Serie, bzw. der TV-Serie voraus.
Das Buch ist sehr gut geschrieben und hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Ich konnte es kaum länger als ein paar Stunden aus der Hand legen und war dementsprechend schnell durch. Dieser erste Band endet mit einem phänomenalen  Cliffhanger und so werde ich mich mit Sicherheit nun auch schnell an den nächsten Band wagen.

Noch ein wenig zur Sprache. Der Roman selbst ist sehr spannend und schön geschrieben. Die Charaktere hat Christie Golden perfekt umgesetzt, man erkennt seine geliebten Personen sofort wieder und glaubt, sie waren niemals fort. Die Geschichte ist eine wunderbare Anknüpfung an die Serie und bietet sehr viele tolle Plot-Twists und Spannung. Für Star Trek Fans und Sci-Fi-Leser definitiv zu empfehlen.

[Rezension] Juli Zeh: Unterleuten

Unterleuten
von Juli Zeh
656 Seiten
btb Verlag
Gegenwartsliteratur, Gesellschaft

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.

Ein Jahr. Ein ganzes Jahr lag dieses Buch auf meinem SUB. Ich habe es zu Weihnachten 2016 von meinen Eltern geschenkt bekommen, lang ersehnt und so darauf gefreut. Eines der wenigen Bücher, die ich als Besitz brauche. In meinem Schrank. Immer greifbar. ABER ich habe es aufgeschoben. Warum eigentlich? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich nicht wollte, dass es vorbei ist. Was eigentlich Quatsch ist, aber wer kennt schon die unergründlichen Tiefen eines wirren Kopfes. Nun also, ein Jahr später zu Weihnachten 2017, habe ich es endlich begonnen und nun – zwei Monate später – ausgelesen. Ich habe es langsam gelesen, genossen, dennoch verschlungen. Mit „Unterleuten“ gelingt Juli Zeh ein absurd realistisches Bild eines Dorfes im Osten Deutschlands. Immer wieder ertappte ich mich dabei zu denken: „So ist es wirklich. So ist’s bei uns im Dorf auch.“ Natürlich konnte ich mich besonders gut mit Unterleuten identifizieren: ein kleines Dörfchen in der ehemaligen DDR mit Geheimnissen, Familienbanden, Geklüngel, usw. All das trifft auf Unterleuten zu, jedoch auch auf meine Heimat. Nun aber erst einmal zum Inhalt:

Unterleuten wird von einigen Originalen und einigen Zugezogenen bewohnt. Die hippen Aussteiger aus Berlin, darunter ein Nerd und ein ehemaliger Dozent, der sich nun als Vogelschützer aufspielt. Und die Originale, der unter Gedächtnisverlust leidende Schaller, der alte Hund Gombrowski, der stets unzufriedene Kron. Und dann sind da noch Hilde, Krönchen, Elena, Linda Franzen – die verrückte Pferdefrau, und so viele mehr.  Sie alle wollen zusammen leben, jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Dieses Gefüge wird erschüttert, als in den Fluren des Orts ein Windpark entstehen soll. Wer verkauft an wen? Wer hat welche Intrige gesponnen? Und was ist da eigentlich vor zwanzig Jahren im Wald geschehen?

Unterleuten ist ein Panorama. Der Leser lernt nicht nur das Dorf als Gefüge kennen, Juli Zeh gewährt auch einen Einblick in die Wohnzimmer der Familien. So entsteht ein vielteiliges Puzzle, das zusammen das Bild „Unterleuten“ ergibt. Es gibt Geheimnisse, Intrigen, Streitigkeiten, Verbündete. Ein verästeltes Geflecht, mal so, mal so. Ich habe lange überlegt, ob ich die Darstellung „überspitzt“ nennen würde. Und bin dann zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mich nicht festlegen werde. Okay. Der Schluss des Buches ist wie ein Paukenschlag und schon sehr drastisch, überspitzt? Vielleicht. Könnte so aber gut und gern auch geschehen sein. Aber als Bewohner eines nahezu identisch aufgebauten Dorfes weiß ich, dass vieles genauso auch als Tatsachenbericht stehen könnte.

Und mit genau dieser Realität spielt Juli Zeh auch. Googlet mal „Unterleuten“, findet man die Homepage des Dorfes und des Vogelschutzes. Mit viel Liebe zum Detail wird hier mit der Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit auf multimedialer Ebene gespielt. All das und die unglaubliche Sprachgewalt der Autorin, sowie die plastischen Charaktere machen Unterleuten zu einem herausragenden Werk der deutschen Gegenwartsliteratur.

Barbara Honigmann: Ein Kapitel aus meinem Leben

Ein Kapitel aus meinem Leben
von Barbara Honigmann
142 Seiten
dtv Verlagsgesellschaft
Biografie, Erinnerungen

 

„Ein Kapitel aus meinem Leben“, so nannte Litzy mit betontem Understatement den heikelsten Teil ihres ungewöhnlichen Lebens: ihre Ehe mit dem weltberühmten „Meisterspion“ und Doppelagenten Kim Philby. Barbara Honigmann erzählt nüchtern, poetisch und komisch das unglaubliche Leben ihrer eigenen Mutter, einer Agentin und Emigrantin, Jüdin und Kommunistin, im Europa der Kriege und Diktaturen. Die bewegende Geschichte einer außergewöhnlichen Frau.

Kurzmeinung

Ich kannte Barbara Honigmann vor dieser kleinen Biografie noch nicht. Sie (und dieses Buch) wurde mir in einem Seminar der Universität vorgestellt, Thematik: Juden der 1., 2. und 3. Generation nach dem Holocaust. Allerdings hatte ich es nicht rechtzeitig geschafft, das Büchlein zum Seminar zu lesen. Damals gingen andere Dinge vor. Und so kam es, dass „Ein Kapitel aus meinem Leben“ eine ganze Zeit lang auf meinem Stapel ungelesener Bücher herumlungerte. Da es sich um ein kleines Büchlein handelt und ich noch ein Buch für Januar schaffen wollte, griff ich nun also zu diesem viel zu lang unbeachtet gebliebenen Büchlein.
Barbara Honigmann versucht, eine Skizze ihrer Mutter Litzy anzufertigen. Das ist allerdings schwierig, denn selbst ihren vertrautesten Mitmenschen war Alice zeitlebens wie ein unscharfes Foto, auf dem man die Details nicht recht entschlüsseln kann. Litzy bezeichnet die im Buch behandelte Phase ihres Lebens als „Ein Kapitel“, ihre Ehe mit dem Doppelagenten und Spion Kim Philby. Sie selbst war ebenfalls Agentin des der Russen. Aber auch Jüdin, Mutter, Kommunistin, Geflohene, Heimatlose.
Mit einem wundervollen Stil erzählt Barbara Honigmann von ihrer Mutter, den Männern in deren Leben, Anekdoten und vieles mehr. Dem Leser wird dabei nicht nur die faszinierende Litzy vorgestellt, sondern diese steht auch stellvertretend für jene Menschen, die zu Zeiten der Diktatur eben nicht Kratzfuß buckelnd die Geschichte abwarteten. Litzy hatte Überzeugungen und stand für diese ein.
Ein sehr gut zu lesendes und für Interessierte auch zu empfehlendes Buch.

Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

Die Insel der besonderen Kinder
von Ransom Riggs
416 Seiten
Jugendbuch, Fantasy

Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Inzwischen ist Jacob 15 Jahre alt und kann sich kaum noch an die wunderbaren Schauergeschichten erinnern – bis zu dem Tag, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt und Jacob Hinweise darauf findet, dass es die Insel aus seinen Geschichten wirklich gibt. Der Teenager macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freunde findet, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Monster sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

Inhalt

Jacob hält seinen Großvater für ein bisschen wirr im Kopf, seine Eltern halten diesen für schier verrückt. Abraham, Jacobs Großvater, könnte man als ein wenig paranoid bezeichnen. Er glaubt sich von Monstern verfolgt und allein auf der Insel beim Vogel sei es sicher. Diese Insel beherberge ein Waisenhaus mit Kindern, denen übernatürliche Fähigkeiten zu eigen sind. Alles Märchen, glaubt Jacob. Bis sein Großvater auf mysteriöse Weise stirbt und der Teenager sich auf eine Reise begibt, auf den Spuren seines vor den Nazis geflohenen Großvaters wandelnd. Er findet besagtes Waisenhaus, findet neue Freunde und die Lücken füllen sich. Doch auch die Monster sind durchaus real.

Meinung

Man sah dieses Buch in den sozialen Medien ja dauernd. Ein weiterer Hype, dachte ich mir. Na schön. Ich gebe Hypes gerne eine Chance, irgendwas muss ja dran sein. Und neugierig war ich auch, denn das Cover spricht mich sehr an und auch der Titel klingt gut. Zudem bin ich großer Tim Burton Fan und der Film stand daher auf meiner Liste, zuvor aber das Buch. Ihr wisst schon.   Während ich bei vielen gefeierten Büchern dachte: „Oh mein Gott, wieso?“, verstand ich bei „Die Insel der besonderen Kinder“ rasch, warum dieses Buch sich so großer Beliebtheit erfreut. Ransom Riggs schafft einen so grandiosen Sog, dass man als Leser förmlich mit über die Insel wandert, neue Freunde findet, aber auch vor Angst die Knie schlottern wenn es um besagte Monster geht. Ein wirklich schönes, spannendes und toll geschriebenes Buch mit einzigartigen Charakteren und vielen Rätseln und Geheimnissen. Meinerseits daher eine absolute Empfehlung wert!

Kass Morgan: Die 100

Die 100
von Kass Morgan

Heyne Verlag
27. Juli 2015
320 Seiten
Roman; Jugendroman
12,99 €

Inhalt

Ein verheerender Atomkrieg hat die Welt zerstört und das Leben auf der Erde nahezu unmöglich werden lassen. Nur wenige Menschen können sich auf Raumschiffe flüchten und so das Überleben der Menschheit sichern. Dreihundert Jahre leben sie im All, doch die Wiederbesiedlung der Erde gilt als höchstes Ziel. Aus diesem Grund werden 100 verurteilte Jugendliche auf die Erde geschickt – als Versuchskaninchen, um herauszufinden, ob die Erde wieder bewohnbar ist. Die Jugendlichen erwartet eine faszinierende Welt; eine sich nicht unterkriegen lassende Natur. Doch auch viele Gefahren  – das tödliche Abenteuer beginnt.

Meinung

Mich verschlug es sehr zufällig zu „Die 100“ von Kass Morgan. Ich lese derzeit „Unterleuten“ von Juli Zeh und mit seinem Hardcover und den vielen Hundert Seiten ist das ein bisschen viel, um es immer mit mir herum zu schleppen. Aber ohne Buch aus dem Haus? Für mich ein absolutes NoGo. Da würde ich verrückt. Deswegen stöberte ich kurzentschlossen durch die Onleihe, obwohl mir eBooks nach wie vor eher unangenehm sind. Aber für diesen Zweck sind sie nun einmal ideal. Beim Stöbern traf ich dann auf „Die 100“ und erinnerte mich auch dunkel daran, von der Serie gehört zu haben. Auf „Leihen“ geklickt, schon ging es los.
Ich fand sofort gut in das Buch ein. Die Kapitel sind aus der Perspektive der verschiedenen Hauptpersonen des Buches geschrieben: Glass, Wells, Bellamy, Luke und Clarke. Jeder von ihnen hat sein eigenes Päckchen zu tragen und beschreibt das eigene nicht wirklich rosige Schicksal unter Zuhilfenahme von Rückblenden, die die Geschichte unterfüttern.
Es wird schnell klar, dass jede der Personen Ecken und Kanten hat, keine 0-8-15-Helden also. Das macht die Charaktere auch rasch sympathisch. Kass Morgan gelingt es, ihre Protagonisten (und auch andere Charaktere) sehr plastisch darzustellen, so werden sie für den Rezipienten gut greifbar.
Die Handlung verfolgt einen klaren roten Faden, trotz der Perspektivsprünge und Rückblenden. Die Kapitel sind mit der jeweiligen Person, aus dessen Blickwinkel wir die Handlung betrachten, überschrieben. Glass und Luke befinden sich nach wie vor im All, die anderen auf der Erde. Durch die Schriftart gut abgesetzt erkennt man die Rückblenden eindeutig und wird so nicht unvermittelt im Geschehen herum geschleudert. Durch diese Perspektiv- und Zeitstrangwechsel entsteht ein detalliertes, dichtes Erzählgefüge und dem Leser erschließt sich ein guter Überblick über dieses dystopische Szenario.
Der Erzählstil Kass Morgans ist sehr angenehm und lässt sich weder zähl, noch langatmig lesen. Ich, der Langsamleser, hatte das Buch innerhalb weniger Tage durch. Vielleicht zwei, oder drei. Der dynamische Erzählmodus und die spannende Geschichte ziehen den Leser schnell in ihren Sog.

Insgesamt ein absolut empfehlenswertes Buch und ein grandioser Auftakt. Ich habe bereits Buch II auf dem Reader liegen und werde es auch unvermittelt nach der Rezension beginnen. Dieser Teil erhält auf jeden Fall 5 Sterne von mir.