J.R.Ward: Blinder König (Black Dagger #14)

Blinder König (Black Dagger #14)
von J.R.Ward
Heyne Verlag (9. August 2010)
448 Seiten
Fantasy, Vampirroman
8,95 € 

Blinder König (Black Dagger #14)

Inhalt

In Band 13 „Racheengel“  erfährt der Leser erstmals etwas mehr über Rehvenge, den Drogenboss unter den Vampiren und wie er die schöne Ehlena kennen lernt, eine aufrichtige Krankenschwester die nichts mit den dreckigen Geschäften Rehvs zutun hat. „Blinder König“ ist nun die Fortsetzung der Story der beiden. Rehv wird in der Sympathenkolonie gefangen gehalten und nur Ehlena und Xhex können ihn retten. Natürlich mit Hilfe der Bruderschaft. Dabei sehen sie sich nicht nur mit den Sympathen konfrontiert, sondern auch mit dem wieder auferstandenen Lash der das personifizierte Grauen darstellt. Als Sohn von Omega ist er der bislang mächtigste Feind, dem sich die Bruderschaft stellen musste.

 

Meinung

Wie immer hat mich dieser Black Dagger Band sofort in seinen Bann gezogen. Erst heute morgen habe ich in einer Buchgruppe gelesen, dass es ein bisschen unverständlich ist, warum diese Bücher so gern gelesen werden. Und ja, mit Sicherheit ist Black Dagger polarisierend. Aber für jene, die es mögen (Hier hebe ich energisch die Hand!), ist diese Romanreihe Gold wert. Frau Ward schafft es immer wieder, den Leser mit einfachsten Mitteln zu ködern. Die Story ist spannend, Erotik vorhanden jedoch nicht plakativ oder aufdringlich (sagt eine prüde graue Maus wie ich) und die Charaktere sind zum Liebhaben. Und immer wieder taucht man ein in das Geflecht der einzelnen Schicksale. Denn es geht nicht immer nur um die Protagonisten des Bandes an sich, sondern vielmehr lernt man auch Randfiguren immer besser kennen, wie zum Beispiel John.

Für mich persönlich hat Black Dagger #14, Blinder König, wieder einmal 5 Sternchen verdient und ich sitze bereits am nächsten Band und kann ihn kaum aus der Hand legen.

 

Was haltet ihr von Black Dagger? Gehört ihr auch zu den Bruderschafts-Fangirls? Wollt ihr die Bücher noch lesen? Oder lasst ihr lieber die Finger davon?

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Susanne Schädlich: Briefe ohne Unterschrift

 

Briefe ohne Unterschrift
von Susanne Schädlich
Albrecht Knaus Verlag
20.März 2017
288 Seiten
Gebundene Ausgabe
19.99 €

Geschichte, Deutsche Geschichte, DDR

 

Geboren wurde ich 1991 in einem kleinen Thüringer Städtchen, somit bin ich von Geburt an Bürgerin der vereinten Bundesrepublik Deutschland und eines der sogenannten Wendekinder. Die DDR ist für mich ein Schreckgespenst, dem ich knapp „entronnen“ bin. Während ich nie einen Fuß in die Deutsche Demokratische Republik setzte, waren es meine Eltern und meine gesamte Familie, die jedoch bis dahin fast kein Leben außerhalb der DDR kannten. Sie sind beinahe ebenso lang Bürger des geeinten Deutschland, wie ich selbst. Es ist also nicht erstaunlich, dass die DDR stets irgendwie präsent ist oder war. Zu Beginn als soeben überwundene Diktator. Später als Schatten, der Ungleichheit (nach wie vor) begründet. (Wieso verdient ein Mitarbeiter einer Firma an einem Standort in der ehemaligen DDR deutlich weniger als ein Mitarbeiter der selben Firma mit denselben Aufgaben und Pflichten an einem Standort in den alten Bundesländern?!) . Und dann auch als verklärte Ostalgie, Lädchen die mit DDR-Produkten werben. Prösterchen mit Rotkäppchen. Die DDR ist also nach wie vor präsent.

Vor einigen Jahren formierte sich in Thüringen eine Rot-Rot-Grüne Regierung. Gleich zu Beginn gab es ein Gespräch darüber, ob die DDR ein „Unrechtsstaat“ war. Und tja, was soll ich sagen? Hätte ich damals dieses Buch bereits gekannt, ich hätte es jenen in die Hand gedrückt, die es verneinten. Denn „Briefe ohne Unterschrift“ zeigt nur all zu deutlich, wie die Bürger der DDR unterdrückt wurden.
Was verbirgt sich dahinter? „Briefe ohne Unterschrift“ war eine Radiosendung des BBC für den deutschen Hörer. Verlesen wurden Briefe aus der Zone, welche aus Sicherheitsgründen ohne Unterschrift abgeschickt werden mussten. Der Schirmherr der Sendung war Austin Harrison. In ihrem Sachbuch geht Susanne Schädlich den „Briefen ohne Unterschrift“ auf den Grund. Sie redet mit noch lebenden Zeitzeugen, recherchiert und liest vor allem jene Briefe, die an das BBC gerichtet waren.

Manchmal überstürzen sich die Gedanken der Autorin, zumindest hatte ich an wenigen Stellen das Gefühl. Dennoch zeichnet sie ein klares Bild darüber, was diese Sendung, deren Name heutzutage als vergessen gelten kann, vollbracht hat und geleistet hat. BoU bot den unterdrückten Bürgern der DDR die Möglichkeit, zu Wort zu kommen. Auch der Austausch untereinander war, wenn auch etwas zeitverzögert, möglich. Austin Harrison verlas die Briefe in seiner Sendung und kommentierte diese. Hier wählte er nicht nur jene, die der DDR kritisch oder gar feindlich gesinnt waren. Er verlas auch die Kontra-Briefe. Briefe von DDR-Bürgern, die das Gute an ihrem Staat hervorheben wollen. Teilweise sind diese Briefe so persönlich, dass es den Leser deutlich anrührt.  Denn Schädlich gewährt in ihrem Buch den Briefen gebührend Platz, sodass man selbst zum Leser der Briefe wird, die auch durch ihre Hände gingen, im Radio verlesen wurden oder von der Stasi abgefangen wurden.

Denn auch dies ist ein gewichtiger Teil der BuO. Zwar konnten die Schreiber ihre Briefe relativ anonym versenden, zunehmend wurden die Briefe jedoch abgefangen und das Ministerium für Staatssicherheit scheute keine Mühen und Kosten, die Schreiber ausfindig zu machen. Ihnen drohten empfindliche Freiheitsstrafen. So erzählt Schädlich das Schicksal eines Schülers, welcher wegen seiner Briefe in Haft geriet.

Ich könnte mich nun auch weiter in Details verlieren. Oder ich könnte jedem Interessierten dieses Buch ans Herz legen. Und genau das tue ich. „Briefe ohne Unterschrift“ hat mir, die durch Zeitzeugen schon sehr viel erfahren konnte, ein weiteres Kapitel der DDR-Geschichte aufgezeigt und somit ein weiteres Stück zur Aufklärung einer bisher wenig besprochenen Geschichte beigetragen. Es eignet sich sowohl als Lektüre für Leser, die sich bereits mit der Geschichte der DDR vertraut gemacht haben und weitere Informationen möchte. Es eignet sich jedoch auch – und jenen möchte ich es ganz besonders ans Herz legen -, für Leser, die bisher kaum etwas über die DDR wissen. Nicht nur als in Thüringen geborene Person, auch als Mensch finde ich es wichtig, dass die Deutschen wissen, welches Unrecht bis ’89 im Osten des Landes herrschte und wie die Menschen nicht einmal wagen durften, frei das Wort zu ergreifen weil schon allein das Haft und Strafe hätte bedeuten können.

Rundum also ein sehr empfehlenswertes Buch, welches Susanne Schädlich ihren Lesern auf sehr spannende und keinesfalls wissenschaftlich-trockene Weise  präsentiert.

 

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Nele Hoffmann: Mit Papa war’s nur Blümchensex

Mit Papa war’s nur Blümchensex
Nele Hoffmann, Manuela Ausserhofer

U-Line
144 Seiten
Biografie, Missbrauch & Sexuelle Gewalt

 

Es gibt diese Bücher, die bestürzt machen. Die man gern aus der Hand legen würde, da man sie kaum oder nur schlecht erträgt. Ich bin eigentlich sehr hart im Nehmen, bei Nele Hoffmanns Biografie „Mit Papa war’s nur Blümchensex“ sträubte sich mein Kopf aber hin und wieder doch, weiter zu lesen. Wächst man in einer liebevollen Umgebung gut behütet auf, kann man sich nämlich nur schwer vorstellen, was Nele zustößt. In „Mit Papa war’s nur Blümchensex“ muss der Leser lernen, dass Sex mit einem Elternteil noch gar nicht zum Schlimmsten gehört, was einem jungen Mädchen zustoßen kann. Nele wächst so heran, dass der Sex mit Papa normal ist. Einvernehmlich und liebevoll. Bis sie erkennt, dass es falsch ist, vergehen viele Jahre. Genau genommen, bis Nele zu alt für ihren Vater wird. So unnormal und illegal diese Beziehung auch war, Nele kommt nun vom Regen in die Traufe. Mit ihrem späteren Freund muss Nele Demütigungen und Schmerzen ertragen, an die ich persönlich kaum denken möchte: Nadeln in den Brustwarzen, Fäkalien, Stromstöße, und vieles mehr.

Während ich dieses Buch las, stieß ich in einer Facebook Gruppe auf einen Post. Deren Erstellerin las ebenfalls „Mit Papa war’s nur Blümchensex“ und eine Kommentatorin fragte – meiner Meinung nach auch völlig zurecht: Warum liest man sowas? Tja. Amüsement und Gefallen daran können es nicht sein. Und in den seltensten Fällen (hoffe ich) Perversion. Bücher wie diese zeigen auf, was passiert. Was um uns herum passiert, meist ohne, dass wir es bemerken. Bücher wie diese sensibilisieren für Themen, die der Otto-Normal-Bürger wahrscheinlich verdrängt, nicht wahr haben will, nicht auf dem Schirm hat. Es zeigt ein bisschen, wie man eventuell mit jenen umgehen kann, die es erlebt haben. Und ein bisschen, hoffe ich, lehrt es auch, mit offeneren Augen durch die Welt zu gehen, eventuell Missstände erkennen zu können. Nein. Ein schönes Thema ist das nun wirklich nicht. Keines, woran man Gefallen finden kann. Aber es ist ein Buch, welches Augen öffnen kann und für wichtige Themen sensibilisiert. Nele Hoffmanns Biografie rüttelt wach und führt uns vor Augen, was hinter verschlossenen Türen direkt neben uns passieren könnte. In jeder noch so normal erscheinenden Familie. Allein deshalb ist dieses Buch sehr lesens- und empfehlenswert, um den eigenen Horizont zu erweitern.

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Cassandra Clare: City Of Bones

City Of Bones
Chroniken der Unterwelt, Bd 1

von Cassandra Clare
Arena
504 Seiten
Belletristrik, Jugendbuch, Fantasy

 

Clary Fray ist ein ganz normales Mädchen. Sie liebt Kunst, hat einen besten Freund und ficht die üblichen Streitigkeiten zwischen Teenager und alleinerziehender Mutter aus. Erst als sie gemeinsam mit Simon einen Club besucht und dort Zeugin eines Verbrechens wird, welches kein anderer außer ihr sehen kann, wird ihre Welt auf den Kopf gestellt. Denn ihre Mutter Jocelyn Fray, eigentlich Fairchild, ist eine Schattenjängerin und auch in Clary schlummert das Blut der Dämonenjäger. Doch noch ehe Clarys Mutter ihr alles erklären und offenbaren kann, wird sie von Bösewicht Valentin entführt. Jedoch: Clary muss nicht allein nach ihr suchen. Gemeinsam mit ihren neuen Schattenjäger-Freunden Jace, Alec und Izzy geht sie auf die Suche nach Jocelyn.

City of Bones ist der durch und durch gelungene Auftakt zur Schattenjäger-Saga. Da ich das Buch bereits gelesen hatte, handelte es sich hierbei um einen ReRead. Und ein Buch muss wirklich gut sein, damit ich es mehrere Male lesen kann und möchte! Wieder haben mich die Charaktere rund um Clary und Jace fasziniert; jeder auf seine eigene Art und Weise. Nachdem ich im letzten Jahr das Netflix-Pendant verfolgt habe, sind mir auch einige Dinge deutlich klarer gewesen nun beim wiederholten Lesen. Clare hat einen sehr angenehmen und teilweise erheiternden, jedoch stets spannenden Erzählstil. Es gelingt ihr, dass einem die Charaktere innerhalb kürzester Zeit ans Herz wachsen und man mit Clary mitfiebert. Zudem gibt es einige sehr spannende und unerwartete Plottwists im Roman, die die Stimmung anheizen.

 

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Hans Noll: Der Abschied. Journal meiner Ausreise aus der DDR.

Hans Noll: Der Abschied

Der Abschied.
Journal meiner Ausreise aus der DDR.

von Hans Noll
Hoffmann und Campe
268 Seiten
Biografie; Politik & Geschichte

 

Meine Bachelor-Arbeit schrieb ich über Jugendliteratur der DDR, die den Nationalsozialismus instrumentalisiert um Kinder auf sozialistischen Kurs zu bringen. Einer der damals behandelten Autoren war Dieter Noll. Einige Jahre später begegnet mir der Name Noll im Rahmen der Universität erneut. Diesmal jedoch Hans Noll, Dieter Nolls Sohn. Im Rahmen des Seminars „Jüdische Autoren nach dem Holocaust“  gehörte „Der Abschied. Journal meiner Ausreise aus der DDR“ zur Lektüreliste. Einige Wochen zu spät für den Kurs, bin ich nun durch mit dem gerade einmal 268 Seiten starken autobiografischen Werk. Der Autor, Hans Noll, heißt mittlerweile Chaim Noll und lebt in Israel. In diesem Buch jedoch beschreibt der Sohn des großen DDR-Autors seine Ausreise aus der DDR in den Westen des Landes. In abwechselnd langen und kurzen Tagebucheinträgen beschreibt er die Schwierigkeiten und Umstände der Ausreise seiner Familie. Die Einträge sind teils nüchterne Erzählungen des Ausreise-Wahnsinns. Teilweise jedoch sind sie philosophisch-nachdenklich und reflektieren den Irrsinn, der in der DDR herrscht und was dahinter steht.

Der Punkt war erreicht, wo weiteres Nachdenken die Grundlage des Systems in Frage stellte. Wenn man die Augen offenhielt, war alles klar. Doch es blieb noch ein Ausweg: die  Augen zu verschließen.

Ich gehöre der ersten Generation „gesamtdeutscher“ Kinder an, ein sogenanntes Wendekind. Ich wurde 1991 geboren. Meine Eltern, meine Großeltern, meine gesamte Familie wuchs in einem anderen Land auf, als ich. Auch wenn sie ihren Wohnort nie wechselten. Und wie das eben so ist, streifen die Eltern bei der Erziehung des Kindes ihre eigene Sozialisation nicht ab. Ich begreife mich daher nicht  zwingend als Bürger der BRD. Ich sehe Deutschland nicht als Ganzes, auch wenn man mir das vielleicht negativ auslegen möchte. Dass leider immer noch eine unsichtbare Grenze durch Deutschland geht, zeigen allein die Löhne. Nur zum besseren Verständnis für jene, die sich damit noch nicht beschäftigten: Ein Krankenpfleger verdient in Ostdeutschland um die 2800 Euro, sein Kollege im Westen bekommt 3200. Der Berufskraftfahrer in Ostdeutschland verdient mit 1800 Euro deutlich weniger, als ein westdeutscher Kraftfahrer mit 2400 Euro. Die Kluft ist da, auch wenn man nach so vielen Jahren nicht mehr daran glaubt.

Die DDR wirft Schatten. Die DDR selbst war ein Schatten. Noll zeigt das in seinem autobiografischen Werk deutlich auf. Die Willkür, mit der man behandelt wird. Das Wegducken, um nur ja den Antrag nicht zu gefährden. Die unnötigen Formulare und Wege, die es zu gehen gilt. Nur um die Auswanderer zu gängeln. Die vielen Warnungen, die unnötige Angst, die geschürt wird. Wir, die wir in einem freien Land leben, können uns das gar nicht mehr vorstellen.  Hans Noll bietet dem Leser einen sehr persönlichen Einblick in den nervenaufreibenden Prozess der Auswanderung aus der DDR. Sehr angenehm zu lesen und für geschichtlich Interessierte ein sehr empfehlenswertes Buch.

 

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John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verräter
von John Green
288 Seiten
Carl Hanser Verlag

Inhalt

Die 16-jährige Hazel hat Krebs, unheilbar. Sie sieht sich selbst als Bombe, die alle um sich herum mit ins Verderben ziehen wird wenn sie stirbt. Nur widerwillig nimmt sie an einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder teil. Dort lernt sie Gus kennen. Augustus geht weitaus offensiver mit seiner Krankheit um, die er vor einem Jahr mit der Amputation seines Beines besiegte. Er ist es auch, der Hazel ihren großen Wunsch erfüllt: gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam und besuchen Hazels Lieblingsautor. Doch die Bombe tickt.

Meinung

Ein „Krebs-Buch“. Ehrlich gesagt das letzte, was ich gebrauchen kann. Diese Krankheit geht mir sehr nahe, da ich – wenn auch nur als Angehörige – direkt betroffen bin; mehrfach. Krebs ist ein ganz mieses Arschlich. Und deswegen habe ich mich auch lange gescheut, dieses Buch zu lesen. Ich hatte Angst, dass es mich triggern  und bei mir ein Tief auslösen würde. John Green schreibt jedoch so aufmunternd, lustig und tröstlich, dass ich mit einem sehr positiven Gefühl aus der Lektüre heraus gehe. Die Geschichte ist wahnsinnig traurig, natürlich. Aber dem Autor ist es mit seinem angenehmen Erzähl- und Schreibstil gelungen, etwas sehr Positives aus diesem so schwierigen Thema zu machen. Ein wirklich unfassbar gelungenes Buch, dass ich so auch uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Auch wenn ich Hypes um Bücher nicht mag, dieser war bzw. ist nicht ganz unberechtigt.

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Gleichmann, Markus & Bock, Karl: Düsenjäger über dem Walpersberg

Düsenjäger über dem Walpersberg
von Markus Gleichmann und Karl-Heinz Bock
176 Seiten
Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH

Inhalt

Die REIMAHG war ein unterirdisches Flugzeugwerk in Thüringen und wurde von Zwangsarbeitern, HJ und vielen anderen in die Stollen des Walpersberges gebaut. Die Regierung des Dritten Reichs erhoffte sich durch die Produktion der Messerschmitt ME 262  die Wende im Luftkrieg gegen die Alliierten. Die Menschen arbeiteten unter unwürdigen Bedingungen. Das vorliegende Sachbuch zeigt die Geschichte des Werkes auf, die Entstehungs- sowie Arbeitsbedingungen, bis hin zur Einnahme durch die alliierte Besatzung.

Meinung

In der Regel fahre ich vier Mal in der Woche am Walpersberg vorbei. Ich sehe die hohen Bäume auf dem Berg, den Weg, der sich hinauf schlängelt . Hätte ich nicht als Kind meine Eltern auf eine Führung über den Berg begleitet, wüsste ich nicht, was sich dort befindet. Denn einst sollte dort der Luftkrieg entscheidend mitbestimmt werden. Die Nazis errichteten in den bereits vorhandenen Stollen ein Untertage-Werk mit dem Decknamen Lachs. Schon als Kind war ich fasziniert von den noch stehenden Trümmern, den letzten materiellen Zeugen dieses Werkes. Hinein darf man leider nicht. Zum Schutze einiger Fledermäuse. Doch nicht näher zu nennende Bekannte kennen bzw. kannten natürlich trotzdem einen Weg hinein. Und auch wenn ich nie mit hinab gestiegen bin, habe ich viele, viele Fotos gesehen und meine Neugierde auf das, was da unter den Gesteinsschichten einst war, wurde immer größer.

In diesem Buch vom zugehörigen Verein wird alles sehr gut beschrieben und der Leser erhält einen sehr guten Überblick über die Nutzung des Walpersberges. Reich an Zeitzeugenberichten und Bildern, wird das ganze Ausmaß der menschenunwürdigen Produktion fast greifbar. Für Interessierte an Kriegsproduktion, Drittem Reich und Nationalsozialismus ist das schmale Buch absolut zu empfehlen. Und auch für heimatgeschichtlich Interessierte aus dem Gebiet Thüringen ist dieses Buch ein wahrer Schatz.

 

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